Rastafari goes Philosophy

Shownotes

Mehr als Marihuana

Rastafari, das klingt nach Reggae, Jamaica, Marihuana. Und das ist ja alles nicht ganz falsch, schließlich ist Rastafari in Jamaica entstanden, durch den Reggae weltweit bekannt geworden und die meisten Rastafari sehen Marihuana als heiliges Kraut an. Doch das sind auch schon die einzigen Berührungspunkte von Rastafari mit dem Klischeebild, das man so haben mag.

Philosophe von Rastafari

Dabei ist Rastafari eine unglaublich spannende religiöse Bewegung, entstanden in den 1930er-Jahren im Ghetto von Kingston, als Religion für die "sufferahs". Rastafari ist aber auch eine spirituelle Bewegung, genauso wie eine soziale und eine philosophische. Gerade dieser philosophischen Dimension wollen die Dissenspfleger Sebastian und Andreas in dieser Folge nachspüren.

Healing of the nation

Es geht ihnen dabei nicht um eine rein historische Einordnung und auch nicht um eine simple Übertragung, was Rastafari heute bedeutet. Vielmehr wollen sie wissen: Was an Rastafari berührt tiefere philosophische Themen und kann daher einen Impuls für unsere heutige Welt bieten? Ihr Ausgangspunkt ist die These, dass Rastafari ein ganz besonderes Bild von Individualität hat, das auf die gegenseitige Verbundenheit der Menschen abhebt, ohne Individualität aufzugeben. Klingt kompliziert, kann uns aber, so meinen die Dissenspfleger, eine gute Basis für den Kampf gegen die Ungerechtigkeit dieser Welt bieten. Übrigens auch ganz ohne Marihuana, oder was meint ihr?

Worauf es wirklich ankommt

Und auch dieses Mal haben die beiden Dissenspfleger wieder Musikempfehlungen: Andreas' Tipp findet ihr hier, Sebastians hier. Abonniert auch die stetig wachsende Dissenspflege-Playlist und unsere nach Genres sortierten Playlisten.

Transkript anzeigen

00:00:08: Herzlich Willkommen Freundinnen und Freunde des gepflegten Dissenses.

00:00:12: Oder sollte ich sagen, greetings in the name of the most I ampera hi leselassi i jaras da farai.

00:00:21: Ja warum ich das sage erzähle ich später.

00:00:23: jetzt will ich erst nochmal hinzufügen dass an den Mikros wie immer für euch bei der Dissenspläge sind.

00:00:30: Andreas

00:00:32: Und Sebastian Heute rede ich gar nicht viel über irgendwelche gepflegten Dissens, sondern weil nix anders da ist sag' ich mal schon Prost im Vorhinein.

00:00:44: Andreas!

00:00:46: Ja schön dich zu sehen Sebastian jetzt sind wir ganz durcheinander, gell?

00:00:49: Weil wir die Begrüßung anders gemacht haben aber bevor war die Auflösen warum wir uns heute so begrüßen habe ich eine Frage an dich.

00:00:59: und zwar wollte ich dich fragen lieber Sebastian du hast ja Mitgekriegt.

00:01:03: in den letzten Wochen gab es einige doch ganz erfreuliche politische Ereignisse.

00:01:12: Ich sage mal aus unserer Sicht jedenfalls ganz begrüßenswerte Wahlergebnisse in Serbien gesehen, wir haben auch in Brasilien ganz interessante Ergebnisse gesehen und für die USA Nehmen wir heute am Montag, am Vorabend der US-Wahlen auf.

00:01:33: Stimmt!

00:01:34: Das ist ja

00:01:35: schon ...

00:01:36: Ja genau bzw auch die vor also hat er auch schon begonnen.

00:01:40: aber morgen ist der Wahltag und auch da sieht es ja jetzt aus demokratischer Sicht die uns deutlich näher liegt als die republikanische Sicht irgendwie ganz positiv aus.

00:01:52: Jetzt habe ich mich gefragt Sebastian bist du denn eigentlich ein Optimist so in politischen Dingen?

00:02:00: Oder ein Optimist geworden, vielleicht.

00:02:03: Das würde mich interessieren.

00:02:04: Ein

00:02:04: Optimist?

00:02:05: Oh Andreas das ist eine sehr gute Frage!

00:02:11: Ich fürchte... also ich muss da muss ich ein bisschen ausholen es hat aber wenig mit Serbien und Brasilien und den USA zu tun.

00:02:21: Ja

00:02:21: bin ich gespannt.

00:02:24: Also ich war ja als ich noch jung war war ich ja durchaus mal politisch sehr aktiv.

00:02:34: So, ähm unter anderem auch in auf irgendwelchen Landes delegierten Sitzungen Partei sag' ich jetzt nicht.

00:02:45: Ach das wollte ich jetzt grad fragen.

00:02:46: Sie was sagen?

00:02:47: Ja genau, aber da sage ich jetzt nichts.

00:02:49: Es waren natürlich die CSU.

00:02:52: Wer hätte es anders gedacht!

00:02:55: Okay, jedenfalls war's der politische Aktiv da auch innerparteilig

00:03:00: Innerparteilich, genau.

00:03:05: Damals war ich total optimistisch und mit viel Elan und hatte viele Ideen was man alles so verändern müsste und könnte und wie und sollte Und bin da aber relativ schnell auch irgendwie auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen worden.

00:03:28: Und das hat meinem Optimismus schon ein bisschen, dass sozusagen ich sage jetzt mal Otto-Normal-Bürger auch wenn er sie sich engagiert tatsächlich was verändern kann.

00:03:38: Auch ein Stück weit eben den Boden entzogen.

00:03:48: Das hat jetzt vielleicht erst einmal nicht so viel damit zu tun.

00:03:51: war es jetzt so in internationaler Politik und in der Politik anderer europäischer und außereuropäischer Länder passiert.

00:04:00: Aber vielleicht dann doch wieder, weil mein Eindruck schon ist – ich habe mich ja später zum Beispiel viel mit nachhaltiger Entwicklung und sowas beschäftigt.

00:04:11: Dass wir ja eigentlich alle wissen so ist immer mein Eindruck was eigentlich zu tun wäre damit wir möglichst global und allen ein möglichst gutes Leben führen können und vielleicht unsere Kinder- und Kindeskinder auch noch.

00:04:27: aber es zeigt sich dass das irgendwie nicht zu funktionieren scheint.

00:04:35: Und dazu kommen jetzt noch die ganzen Rechtstendenzen in den letzten Jahrzehnten und deswegen weiß ich nicht, also ich glaube ich bin eher von einem jugendlichen Optimisten zu einem eher Pessimisten geworden muss ich sagen Und ich würde aber auch sagen immer noch, und das ist dann vielleicht doch wieder ein Stück weit auch optimistisch.

00:04:59: Jedenfalls hoffe ich – und das sieht man ja auch an verschiedenen Ländern – Ungarn, Polen, das haben wir schon mal besprochen, vielleicht auch Schweden jetzt vielleicht auch Serbien weiß man ja noch nicht wie es da weitergeht, vielleicht Brasilien dass vielleicht dieser sagen einmal zehn-fünfzehnjährige Rechtsruck in manchen Ländern jetzt vielleicht mit Verspätung ankommt, aber dass es vielleicht auch dann einfach wieder vorbei geht.

00:05:25: Das ist jedenfalls immer noch meine Hoffnung Genau.

00:05:30: Aber so insgesamt glaube ich muss ich tatsächlich eher sagen bin ich zum pessimisten geworden.

00:05:37: Wie geht's denn hier?

00:05:41: Ja lustig Also es gibt durchaus Parallelen zu deiner Geschichte.

00:05:49: Es gab ja eine Phase in der auch ich politisch aktiv war, auch ich nenne keine Partei.

00:05:55: Aber mir ist da ganz Ähnliches passiert und ich hatte da versucht sagen auch im lokalen oder zumindest ein bisschen auf Landesebene dann eben auch Veränderung zu bewirken.

00:06:06: Und das ist an der politischen Realität sehr gescheit.

00:06:09: In einer innerparteilichen politische Realität.

00:06:13: Das sind andere Dinge die da ausschlaggebend sind als jetzt irgendwie was für die Gesellschaft zu tun und irgendwie voranzukommen.

00:06:22: Und das hat meinen, also ganz ähnlich ja nicht wie du sagst und sagen okay, das ist einfach die Realität.

00:06:28: Politik funktioniert nun wirklich ... Nicht in erster Linie über.

00:06:34: wir wollen hier irgendwie etwas besser machen sondern wir haben einen Standpunkt und den müssen wir irgendwie möglichst strategisch klug umsetzen und irgendwie Stimmen bzw.

00:06:44: Positionen gewinnen.

00:06:45: Also insofern Ja, ich teile deine Geschichte teilweise so und auch den Pessimismus.

00:06:59: Aber ich würde mich grundsätzlich doch eher als Optimisten bezeichnen wenn man jetzt auch mal darüber hinausgeht von der Erfahrung vielleicht hat mich das eine Weile dann irgendwie doch vorsichtiger sein lassen.

00:07:14: Der Optimismus ist jetzt auch nicht nur gespeist durch solche Ergebnisse, wie wir sie jetzt in Serbien, den USA-Armaden und Brasilien sehen.

00:07:23: Und du hast recht, Serbieren ist ja noch gar nicht ganz so sicher.

00:07:26: Das ist

00:07:27: echt total auf jeden Fall was da passiert!

00:07:30: Und auch diese Studentenbewegung, die sehen wir sehr positiv.

00:07:35: Weil sie das alte System durchbrochen hat.

00:07:38: Aber sollten die mal ein Programm sich zusammenschustern?

00:07:43: Das wirklich auch dann regierungsfähig ist?

00:07:47: Dann weiß ich noch gar nicht ob es in allen Dingen so ... Jetzt irgendwie meiner Vision von Politik.

00:07:53: Es muss es ja nicht entsprechen, aber ob das so entspricht?

00:07:55: Also da bin ich auch noch skeptisch!

00:07:57: Aber trotzdem was man sagen kann ist ja dass... wie du's grad vorhin meinst, dass so Rechtsrucke auch wieder umkehrbar sind und

00:08:05: dann haben die

00:08:06: jetzt im politischen schon dabei ertappt ist doch wirklich vielleicht der Fall, dass das alles in Sowellen umkommt.

00:08:13: Aber ganz unabhängig von diesem politischen würde ich mich grundsätzlich schon als optimistischem Menschen einschätzen, der auch ein optimistisches Menschenbild hat und irgendwie so ein bisschen Grundvertrauen.

00:08:26: Es wird schon gut.

00:08:28: Vielleicht ist es manchmal auch naiv aber mir fällt ein... eine halbe Überleitung zu unserem heutigen Thema.

00:08:37: Mich hat in meiner Jugend ein Lied sehr angesprochen, das ist ganz bekanntes Lied von Bob Marley Three Little Birds und es hat so einen ganz positiven Text drückt irgendwie aus für mich weil es so wird.

00:08:57: gut und ich glaube das habe ich nie ganz verloren.

00:09:03: Aber Edel, es ist größer als jetzt die Politik, die allein

00:09:07: ist.

00:09:08: Genau, also ich glaube da muss man auch nochmal unterscheiden.

00:09:12: Also eigentlich würde ich mich auch als optimistischen Menschen bezeichnen aber nicht was unbedingt, was ... Ich sag mal ein bisschen blöd wie große Politiker angeht.

00:09:24: Das muss auf jeden Fall auch noch einmal unterscheidern.

00:09:26: Es gibt ja auch zwei... das lernt man ja auch wenn man sich dann mit Politik auseinandersetzt dass Auch ganz unterschiedliche Dinge sind, je nachdem auf welcher Ebene man sich da befindet.

00:09:40: Und man kann ja pessimistisch sein was das Weltgeschehen angeht und trotzdem einen optimistischen Umgang in seinem Leben haben.

00:09:49: Weißt du ich meine?

00:09:49: Das sind ja nochmal zwei verschiedene Dinge.

00:09:52: Genau

00:09:53: das

00:09:53: ist schön beschrieben.

00:09:54: Ja genau so wollte ich das auch ausdrücken.

00:09:57: Aber Andreas vielleicht werden wir ja im Laufe der Sendung Heute, also ich zumindest noch optimistischer.

00:10:06: Denn heute haben wir ein ganz anderes Thema und ich finde auch eigentlich ein wirklich besonderes Thema für die Dissenzpflege.

00:10:14: Ich glaube so in diese Richtung sind wir in gewisser Weise noch nie gegangen – anderer vielleicht schon!

00:10:20: Insofern nämlich dass wir öfter schon mal über Utopien gesprochen haben und manchmal auch darüber was wir vielleicht unter einer besseren Welt verstehen wie wir sie sehen würden.

00:10:32: Und heute wollen wir uns mal eine ganz konkrete Philosophie angucken, die vielleicht ein Blueprint für eine Philosophiel liefern könnte, die uns entspricht.

00:10:47: Worum geht's dabei?

00:10:48: Es geht um eine Philosopie, die du natürlich der aufmerksame Hörer, die Aufmerksamheurerin wird es schon bemerkt haben bereits mehrfach erwähnt hast Und deshalb wollen wir sie uns heute eben mal vornehmen und prüfen, was denn diese Philosophie so taugt.

00:11:07: Ich muss wieder den Pessimisten raushängen lassen an der Stelle und kann schonmal sagen ich bin mir da nicht ganz so sicher!

00:11:22: Ja das finde ich hast du treffend beschrieben Sebastian und die stehe dass auch ich nicht hundert Prozent überzeugt bin.

00:11:29: aber mir geht es jetzt Tatsächlich weniger eine vollständige Übernahme, irgendwie so einer Philosophie oder einen Prüfen kann man das unterschreiben.

00:11:39: Sondern eher so ein Abklopfen dessen was wertvoll ist und wie in welchem Sinne es wertvoll sein könnte.

00:11:50: Und in jedem Fall geht's vielleicht schon leicht angekündigt um die Philosophia der Rastafaris.

00:11:59: Aber wenn man so beschreiben liegt, darin schon ein erstes Problem.

00:12:03: Ja, finde ich auch weil eigentlich dann man sagen muss das Philosophie der falsche Begriff ist.

00:12:08: also Ich zumindest aber ich habe da viel weniger Ahnung von als du würde sagen dass Rasta Farway eher eine Religion oder eine religiöse Bewegung ist.

00:12:18: ja und er sogar nur in Anführungsstrichen ne Art von Spiritualität.

00:12:24: Aber ich glaube da kann man ja trotzdem einen Anknüpfungspunkt drin sehen und fragen, was sind denn so wichtige Anknüpfungspunkte oder wichtige Elemente dieser Spiritualität, die man dann aufbereiten kann?

00:12:39: Und vielleicht als sofische Bausteine.

00:12:44: Ja für schon würde ich sagen es ist mein Interesse jedenfalls für eine neue Ethik zu verwenden.

00:12:50: Okay das klingt total spannend aber mach doch mal weiter.

00:12:55: also was meinst du damit genau?

00:12:58: Also, um es jetzt mal ganz pontiert erstmal zusammenzufassen.

00:13:02: Ich würde sagen wir leben und schätzen heutzutage – ich glaube ja auch wir beide den Individualismus als irgendwie so eine Basic-Philosophie doch schon!

00:13:17: wie wir politisch sehen oder welche politische Ordnungen wir damit verbinden, aber den Wert des Individuums halten wir für wichtig.

00:13:26: Wir verstehen uns ja auch als Individuen, die individuellen Bestimmen wert und würde allerpolitischen Ordnung, um es grob zu formulieren.

00:13:42: Gleichzeitig haben wir beide schon oft stark kritisiert, wie unsere heutige Welt aufgebaut ist und funktioniert.

00:13:53: Also der Frage der Umverteilung, Gerechtigkeit, Armutsbekämpfung bis hin zu Klimawandel und natürlich ein Thema das uns beide stark beschäftigt der Rechtsruck.

00:14:04: Ich habe da immer schon kritisch und kann mal viele Folgen anhören in denen wir uns mit diesen Themen beschäftigen Und ein Ausweg könnte ja jetzt sein, dass wir irgendwie doch zu dem Schluss gelangen.

00:14:16: Individuen sind gar nicht so wichtig oder der Individualismus sozusagen als die Philosophie dahinter ist gar nichtso wichtig.

00:14:25: aber würde ich sagen und da kommt eben Rasta Farai zum Tragenschritt leicht.

00:14:32: liegt das Problem unserer heutigen Welt gar nicht darin, dass unsere Individualität zu wichtig geworden ist?

00:14:40: Vielleicht, das würde ich gern mit dir abklopfen.

00:14:43: Haben wir nun eine ziemlich unvollständige Vorstellung davon was ein Individuum ist?

00:14:49: Okay da würde ich jetzt dann doch gerne wissen... ...was du mir als Individium damit zumuten willst Andreas.

00:14:59: Zumuten!

00:15:00: Was möchte ich dir zumuten?

00:15:01: Auf solche Sätze folgt ja gerne denk weniger an dich ordne dich ein und unter.

00:15:07: die Gemeinschaft weiß eigentlich schon, was gut für dich ist oder was besser für dich is.

00:15:11: Was das Beste für Dich zu tun iß.

00:15:14: Ja aber genau... Genau das ist der Punkt!

00:15:17: Gut beschrieben, genau auf den Punkt oder genau das möchte ich eigentlich vermeiden.

00:15:26: Vielleicht kann man es auch nochmal anders formulieren, was mich an Rastafari tatsächlich so interessiert iß ob da nicht ein Verständnis von Freiheit und Individualität drin steckt, die aber unsere Verbundenheit

00:15:41: ernst nimmt.

00:15:42: Relationale Autonomie.

00:15:44: Ja!

00:15:46: Nee, aber ernsthaft.

00:15:46: also dann müssen wir vielleicht sozusagen einfach darüber sprechen um in dem Bild zu bleiben wie viel Abstand diese Verbundenkeit sozusagen verträgt.

00:16:00: Ja, aber genau.

00:16:02: Der Punkt ist schon Relationale Autonomie.

00:16:04: Vielleicht kann man da nachher auch noch mal drauf, das konkret zu sprechen, eben Autonomieselbstbestimmung in Relationen zu sehen.

00:16:11: Aber ich glaube es ist exakter Kern und den ich in Rastafari auch sehe.

00:16:15: Und ich glaube die Philosophie, die hinter dieser ... wie wir's jetzt nennen wollen Bewegung, Religion steckt, die kann uns dabei helfen.

00:16:25: In jeden Fall würde ichs so verstehen wollen Und ich bin auch tatsächlich sehr gespannt darauf, was du dazu sagst.

00:16:31: Und meine Vermutung oder jetzt meine These ist in Rastafari steckt eine utopische Philosophie die eben unsere Vorstellung von Individualität und Freiheit erweitern könnte.

00:16:46: dass wir miteinander verbunden sind das hatte ich ja vorher gesagt hängt sozusagen damit zusammen heißt aber eben nicht oder muss nicht heißen dass wir alle gleich sind.

00:16:58: Das finde ich den Kern eigentlich.

00:17:03: Ja, ja... Ich bin da vielleicht noch ein bisschen vorsichtig, ne?

00:17:07: Also ein großes, ich sage jetzt mal Schlagwort des Rastafaris ist ja immer One Love und wenn ich das höre dann höre ich ja immer erstmal immer etwas sehr Schönes auf der anderen Seite ziemlich unverbindlich ist.

00:17:22: Also irgendwie, und das trotz meines vorhin angesprochenen Pessimismus fällt es ja irgendwie ziemlich leicht die Menschheit zu lieben.

00:17:34: Schwieriger wird es aber vielleicht.

00:17:36: und dann sind wir bei Fragen, die wir hier auch schon diskutiert haben nämlich zum Beispiel bei Gerechtigkeitsfragen.

00:17:42: wenn der konkrete andere etwas von mir will

00:17:46: oder mir widerspricht Ja, also wenn es Konflikte geht.

00:17:51: Ob es um Verteilungsfragen oder um Ressourcen sind oder Konfliktpotenzial zumindest besteht könnte man sagen ja.

00:17:58: Zum Beispiel.

00:18:02: ich möchte aber auch jetzt nicht die sozusagen die ganze Folge lang der Mensch sein, der bei jedem schönen Gedanken den du jetzt formulierst.

00:18:11: Aber sagt ja

00:18:13: sie misst halt

00:18:14: genau.

00:18:17: Also was mich eigentlich an Rasta Farai und dieser, nennen wir es einfach trotzdem Philosophie.

00:18:23: Ja, finde ich gut.

00:18:24: Interessiert ist wie diese Überzeugungen dann eigentlich gelebt werden?

00:18:31: Finde ich gut, wenn wir auf jeden Fall auch noch mal drauf eingehen.

00:18:35: aber vielleicht sollte man davor nochmal sagen Wenn wir von Rastafari sprechen, sprechen wir von einer wirklich sehr sehr heterogenen vielfältigen Bewegung.

00:18:45: Das is nicht ein Block oder eine Religion, oder eine Philosophie.

00:18:50: Da gibt es ganz unterschiedliche Ströbungen die tatsächlich auch in einzelnen Fragen sehr, sehr unterschiedlich urteilen.

00:18:58: Die Ströbingen werden auf Mansions genannt.

00:19:00: Gibt's Naya Binghi, die Bobo Shanti oder die Twelve Tribes of Israel.

00:19:06: Ganz liberale Auslegung vertreten die... Also es gibt kein einheitliches Lehramt keine zentrale Stelle dass jetzt irgendwie eine verbindliche Deutung liefern würde.

00:19:16: Und ich glaube, das ist nochmal wichtig für unser Vorgehen auch, dass wir da versuchen philosophisch Sinn zu machen aus den Stücken die wir eben irgendwie interessant finden oder doch als verbindendes Element vieler Raster Ansichten oder Philosophien heranziehen.

00:19:32: Ja also wir müssen sozusagen wenn wir jetzt weitermachen versuchen wirklich auch ganz klar zu unterscheiden.

00:19:40: Also was finden wir im Rastafari tatsächlich vor, was ist wirklich Teil dessen und was um deine Frage nochmal aufzugreifen.

00:19:50: Machen wir dann eigentlich oder können wir philosophisch daraus machen?

00:19:53: Ja fangen wir aber doch vielleicht erst mal mit ein bisschen Geschichte an weil da glaube ich ziemlich viel deutlich wird worum es Rastafarai geht.

00:20:04: Sonst klingt...und da hast du natürlich recht so Ideen wie One Love die mich übrigens von meiner Jugend schon wirklich sehr, sehr angesprochen hat.

00:20:14: Und deswegen freue ich mich auch, dass wir das heute noch mal angehen, weil da steckt mehr drin.

00:20:18: Aber wenn man uns die Geschichte nicht anschauen ... Ich glaube dann ist es eben wie du gesagt hast einfach so eine Idee, die recht nicht sagen ist und leicht umsetzbar aber nicht viel beinhaltet.

00:20:30: Die hat vielleicht jemand am Sonntag Nachmittag am Strand auf Jamaica oder mehr auch nicht.

00:20:37: Ja okay also Die Geschichte beginnt in Jamaica.

00:20:42: Und was man dazu vielleicht wissen muss, ist dass Jamaika über Jahrhunderte eine Plantagengesellschaft waren.

00:20:48: Das heißt insbesondere das verslaffte Menschen afrikanischer Herkunft zur Arbeit im Sinne des Reichtums anderer gezwungen wurden.

00:20:59: Zuerst von den Spaniern vor allem aber dann von den Briten ab.

00:21:03: sixteenhundertfünfzig und die Abschaffung Der Slavereil trat erst abtzehn vierunddreißig

00:21:11: in

00:21:11: Kraft.

00:21:13: Und dann folgte für viele zunächst das sogenannte Apprenticeship, also weitere letztlich erzwungene Arbeit und erst achtzehn- achten dreißig, eigentlich einen noch gar nicht so lange her, endete dieses System.

00:21:29: Entschädigungen dafür erhielten aber vor allen Dingen oder ausschließlich die früheren Slavenhalter.

00:21:38: Ja und nicht die, sagen der Leben und Arbeit geraubt worden war.

00:21:44: das ist schon eine krasse Beobachtung und ein krasses Fakt sozusagen historisches Fakt finde ich.

00:21:51: Und dazu kamen das dann sozusagen im Gefolge dieser Entwicklungen rechtlich frei zu sein, noch lange nicht bedeutete über Landeinkommen oder die eigene Zukunft verfügen zu können.

00:22:03: Also jetzt für die ehemals fast laften Personen.

00:22:07: Die rassistischen Hierarchien – wie das ja auch häufig ist in solchen Entwicklungen – wirkten weiter und Jamaika blieb bis neunzehnundsechzig Jahre auch britische Kolonie

00:22:19: Und Rastafari als Bewegung oder als Religion entstand dann in den frühen, nineteenhundertdreißiger Jahren.

00:22:27: In genau dieser Welt die du gerade beschrieben hast.

00:22:31: Ja lebt von Voraussetzungen ganz wichtig so was wie ja einfach afrikanische Traditionen Die Menschen Namen die mit haben die immer am Leben gelassen aber auch afro-christliche Tradition.

00:22:45: Ganz besonders wichtig war der Ethiopianismus.

00:22:49: Die Bewegung, die in Äthiopien eigentlich den Ursprung oder das Ziel aller Afrikaner sind.

00:22:55: Wir werden nachher auch nochmal zurückzukommen.

00:22:59: Der Ethiopianismus mit seinem Bezug eben auf Äthihopien und Afrika und ganz besonders wichtig Markus Gawes' Bewegungen für schwarze Selbstbestimmung.

00:23:12: Und als Heiles Elassé Und zwar just an dem Tag, an den wir aufnehmen vor sechs und neunzig Jahren.

00:23:22: Dann zum Kaiser am zweiten November zum Kaiser Ethiopiens gekrönt wird erkennen die frühen Rastas in ihm eben den schwarzen Messias.

00:23:34: Die Zeit hat darauf hingeführt sozusagen nach Afrika zu schauen Bevölkerung, die in der Umwelt lebte, die du gerade beschrieben hast.

00:23:42: Schaut nach Afrika und erkennt übrigens von Markus Gabi auch vorher gesehen sozusagen.

00:23:47: Der hat mal verlauten lassen, da wird ein schwarzer König gekrönt.

00:23:51: Die erkennt dann in ihm die Erfüllungen all dessen, wonach sie sich spirituell religiös und auch sozial so lange gesehen

00:24:01: haben.".

00:24:02: weitere Personen sind dann Leonard Howell, der einer der wichtigen frühen Prediger waren um jetzt nur einige Namen zu nennen.

00:24:10: Prediger die eben so diese schwarze Selbstbestimmung so ins Zentrum gerückt haben.

00:24:15: Ja und das ist oder war natürlich eine ziemlich grundlegende Veränderung der Perspektive einfach ne?

00:24:20: Also wenn sozusagen Pistalen eine rassistische Ordnung dir sagt du sei es minderwertig und du dann aber in einem schwarzen Menschen sozusagen Gottes Gegenwart erkennst, dann muss das ja fast ein Stück weit dazu führen dass du diese rassistischen Ordnung eben fundamental widersprichst.

00:24:43: Ja und der Ordnung auch.

00:24:44: die Bibel zum Beispiel wird ganz anders gelesen.

00:24:47: Die Nachfahren der Sklaven die auf dem Blatt frei aber immer noch in einer rassisten Ordnung und Hierarchie lebten Die finden sich, wenn sie die Bibel lesen eben in den Verschleppten, in den Unterdrückten wie der Babylon.

00:25:05: Der biblische Ort der Gefangenschaft der Israeliten wird dann zum Namen oder zum Sinnbild für ihre eigene Gegenwart, in der Sie sich befinden

00:25:17: und zwar sozusagen für sehr greifbare Erfahrungen für koloniale Unterdrückung, rassistische Polizeigewalt, wirtschaftliche Ausbeutung und auch eben für sowas wie die geistige Gefangenschaft.

00:25:32: Also sozusagen irgendwann selbst zu glauben was eine abwertende Ordnung vorgibt über einen zu denken und zu glauben.

00:25:43: Total spannende soziale Prozesse aus sich selbst abzuwerten weil eben die Ordnung einen abwertet.

00:25:51: Und ja, du hast angesprochen... Episteme

00:25:53: Schubgerechtigkeit.

00:25:55: Total!

00:25:55: Total oder?

00:25:56: Also genau ich finde das ist ein super Anwendungsbeischen und eigentlich ist man auch unter dem Aspekt wir haben es ja auch in einer Folge mal adressiert betrachten können.

00:26:06: Ja was ich nur sagen wollte eben Du hast Gewalt und Polizeigewalt angesprochen.

00:26:11: Genau die Rustas Die Rustafari die in den dreißiger Jahren sich bilden Die erleben also wirklich Gewalts über Jahrzehnte hinweg.

00:26:27: Ein Beispiel, ein besonderes Brutalsbeispiel zeigt Coral Gardens ist ein Ort in Jamaica der im Schauplatz gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Frieden Rastas und der Jamaikanischen Polizei war hat neunzigundereinzig stattgefunden.

00:26:44: Also dann durchaus schon eine ganze Weile nach nachdem Heile Selassie gekrönt worden war, hat es stattgefunden danach weitere Repressionen.

00:26:57: Und deswegen sage ich es erst im Jahr zwei Tausend Siebzehn entschuldigte sich die Jamaikanische Regierung tatsächlich dann ausdrücklich aber für staatliche Brutalität, die die Rustas erfahren mussten immer wieder und nicht nur in Coral Gardens.

00:27:16: auch danach kam es eben zu Polizeigewalt, Brutalität zu Unrecht.

00:27:22: Was man tatsächlich auch wenn man Reggae hört in ganz vielen Songs wiedererkennen kann.

00:27:27: und genau dieses Unrecht ist ein Teil dessen was die Rustas Babylon bezeichnen.

00:27:42: Menschen unterdrückt, entfremdet und gegeneinander stellt.

00:27:46: So das ist der Schlüsselbegriff oder so ein kurz begriffen Code für genau solche Ordnungen gesellschaftliche Ordnung.

00:27:55: Dazu können ja wie im Fall Jamaikas koloniale Behörden oder die rassistische Polizei gehören aber auch und da wird es eigentlich spannend eben ausbeuterische Wirtschaftsverhältnisse Institutionen Unterordnung, Rassismus als natürlich darlegen.

00:28:17: All die Fälle, die wir als epistemische Ungerechtigkeit genannt haben aber auch noch mehr als Fälle sozusagen direkter Ausbeutung und Unterdrückungen.

00:28:29: das ist Babylon.

00:28:30: für die Rustas Und du hattest es erwähnt gilt eben auch Geistige Gefangenschaft, Mental Slavery nennt das die Russas.

00:28:41: Man kennt es auch aus den vielen Songs.

00:28:44: Die Übernahme genau dieses Blick ist sozusagen der anderen und die Selbstabwertung, die daraus folgt.

00:28:52: Das offensichtlich auch für die Jamaikanische Gesellschaft aber eben nicht nur glaube ich ein ganz guter Schlüssel oder ein ganz gutes Bild eigentlich.

00:29:00: Ein Code mit dem man sagen Verhältnisse betrachten kann.

00:29:06: Aber wir haben ja eingangs auch schon über One Love, über Liebe gesprochen und wenn wir gleich weiter darüber sprechen.

00:29:14: Wenn wir über Liebe sprechen dann sollten wir diese Geschichte natürlich jetzt sehr kurz zusammengefasst aber im Kopf behalten.

00:29:23: Die Frage die ich mir aber auch stelle ist dann wer darf diese Erfahrung sozusagen Instrumentalisieren?

00:29:35: ist jetzt das falsche Wort.

00:29:36: Ja, aber wer darf darauf zugreifen in einem bestimmten Sinne?

00:29:41: Babylon.

00:29:41: du hast es gesagt dass der Begriff für eben eine bestimmte Art von Unrecht für einen Staat der dahinter steckt für Mechanismen der Unterdrückung der Ausbeutung der Dominierung.

00:29:53: Meine Frage ist ein Stück weit ist das verallgemeinbar auch mit Blick schon auf deine Frage nach Aspekten dieser Philosophie die wir vielleicht übernehmen können.

00:30:01: Also dürfen wir zum Beispiel diesen Babylon-Gedanken aus dem historischen Umfeld rausziehen und andere Formen der Unterdrückung, Ausbeutung und Dominierung ebenfalls Babylon nennen?

00:30:15: Also um jetzt ein blödes Beispiel zu machen keine Ahnung wenn ich meinen stressigen Arbeitsplatz Babylon nenne habe ich dann etwas verstanden oder habe ich mir sozusagen die Geschichte anderer zur Darstellung meiner eigenen Unzufriedenheit ausgeliehen.

00:30:36: Ja und nehmen sie dann nicht eher oder sagen, nämlich genau dieses historische Unrecht irgendwie weniger ernst weil ich eben auch sozusagen weniger schlimme in allen Strichen verhältnisse sehe.

00:30:50: Das ist ein guter Punkt.

00:30:51: Ich würde glaube ich unterscheiden ob ich jetzt sozusagen Erfahrungen gleich setze und sage das ist das Gleiche Nach den Mechanismen, die den Erfahrungen zugrunde liegen.

00:31:06: Also Ausbeutung, Entwürdigung, Domination.

00:31:12: Da klingelt bei mir natürlich sofort auch unsere Sendung über den Neo-Republikanismus der auch diesen Zentrum schrückt.

00:31:20: also ich finde das eine ganz verwandtes Denken jedenfalls so... Diese Formen von Unrecht, die betreffen jetzt nicht nur ausschließlich schwarze Menschen in Jamaika der neunzehntelder Dreißig-Jahr bis, keine Ahnung... Das stimmt.

00:31:34: ... in den letzten zwei Tausenderjahren.

00:31:36: Das

00:31:36: stimmt und trotzdem oder gerade deswegen könnte ein solcher Vergleich natürlich die Unterschiede zudecken, die dennoch bestehen zwischen Jamaikanern im besagten Zeitraum und eben anderen Personen zu anderen Zeiten an anderen Orten.

00:31:54: Ja, das stimmt.

00:31:55: Heißt du recht?

00:31:56: Man müsste vielleicht nicht fragen und sagen wo gibt es gleiche Unterdrückungen oder gleiche Dominierung?

00:32:05: sondern eher Fragen und vielleicht wäre das sozusagen der Ansatzpunkt mit dem man an so eine Philosophie herangehen muss.

00:32:12: ja zum Beispiel wo werden Menschen zu Mitteln gemacht oder als reines Mittel?

00:32:17: Oh, jetzt

00:32:18: kommt Kant auch noch um die Hecke.

00:32:21: Genau, Instrumentalisierung.

00:32:23: Ja aber ich meine das ist genau der Punkt sozusagen um abzudaten diese Philosophie oder diese Geschichte und sagen wo sind die Mechanismen gleich?

00:32:34: Und welche Geschichte hat es jeweils wenn du jetzt... Ich weiß dass dein Arbeitsplatz ein guter ist Aber wenn er jetzt kein guter wäre können wir sagen einen Überwacht arbeiten da.

00:32:45: Sebastian kann dann eben seine Situation mit Babylon nicht gleichsetzen, aber zumindest wiedererkennen ohne sich selber als Klave zu sehen sozusagen.

00:33:00: Ja

00:33:01: das stimmt und er müsste wobei ich da vorausschicken muss dass ich meine Situation wieder als Babylon bezeichnen würde

00:33:08: noch ja sag ich ja ich weiß dass du einen guten Arbeitsplatz hast Aber

00:33:13: wenn das so wäre, dann müsste diese Person ja letztlich auch fragen wo er selbst profitiert zum Beispiel.

00:33:22: Also man kann ja zum Beispiel unter Leistungsdruck leiden aber gleichzeitig und insbesondere in vielen Teilen Deutschlands oder Europas gerade zugleich von billiger Arbeit anderer leben und profitieren.

00:33:40: heißt Babylon ist nicht Einfach nur da, wo die anderen bösen sind oder so würden wir sagen das ist nicht.

00:33:51: Genau wenn der Begriff sozusagen nur dazu dient irgendwie mich unschuldig zu machen oder darzustellen Ja dann macht man es sich mit der Verwendung des begriffs einfach zu leicht würde ich sagen

00:34:04: ja ist ein guter punkt ja klingt überzeugend.

00:34:07: dann würde ich ja vielleicht noch mal eben gewissermaßen als Frage verwenden, also oder als mehrere Fragen.

00:34:18: Wo unterdrücken andere?

00:34:20: Wo gibt es diese Mechanismen der Unterdrückung und der Dominierung?

00:34:24: aber auch wo beteilige ich mich in Westeuropa an der Arbeit anderer?

00:34:32: Wo profitiere ich eigentlich von solchen Systemen billigen Produkten und der gleiche?

00:34:39: dann verwenden wir es als Frage, aber nicht schon sozusagen einfach ein Etikett, das wir überall da draufkleben was uns nicht passt.

00:34:47: Oder dass irgendwie alles erklären würde, was schiefläuft in der Welt.

00:34:52: Die Beispiele die wir jetzt so heute nehmen könnten also deinen Arbeitsplatz nehmen explizit aus.

00:34:58: Aber wenn wir heute Babylon wohl finden sind dann sozusagen eben das, was wir aus der Philosophie rausziehen und übertragen können.

00:35:12: Das wäre sozusagen Babylon als Frage, wer ein Ergebnis sagt, ich sehe diese Philosophies, ich seh die Verwendung des Wortes Babylon in dem historischen Kontext, indem sie entstanden ist.

00:35:22: Sie bezeichnet eben Mechanismen der Unterdrückung, der Dominierung und kann dieses auch für heute bei uns anderswo als in Jamaica anwenden?

00:35:32: Ja!

00:35:33: Ist okay, aber ... Wir haben ja schon darüber gesprochen, lass uns doch vielleicht vom Begriff oder Konzept Babylon mal weggehen und jetzt doch einmal den Begriff- oder Ausdruck One Love genauer betrachten.

00:35:47: Ja finde ich gut weil der wie ich vorhin schon sagte hat mich immer irgendwie... Der hat was in mir berührt immer schon so ein guter Punkt.

00:36:00: also Im Umfeld der Rastafari Bewegung wieder so vier Religionen steht One Love zunächst mal für Verbundenheit und Frieden.

00:36:13: Und ich glaube, das ist das was wir auch mit Raggy verbinden oder umgekehrt.

00:36:17: Raggy hat genau diese Idee durch in Person vor allem von Bob Male aber nicht nur doch weltweit bekannt gemacht jetzt weitergefasst sozusagen nochmal Universalistischer gedacht, verbindet sich mit dem Begriff One Love aber auch so was wie die eine gemeinsame göttliche Dimension im Menschen.

00:36:44: Aber nochmal das ist kein Leersatz jetzt der irgendwie vom Lehramt der Rastafari gleich ausgelegt wird und es sollte man wirklich immer wieder betonen dass es nicht die Auslegung gibt und wir gucken uns halt.

00:36:57: aber eine glaube ich vielleicht für uns gute Idee, gucken wir uns an.

00:37:05: Ja und da entsteht eben One Love als Idee die so dieses gröttliche in uns Menschen was uns verbindet vor aller Individualität.

00:37:20: Dafür steht One Love.

00:37:22: Und jetzt aber vielleicht um das ganze was wir auch vorher besprochen haben noch mal mit nahezu verbinden.

00:37:28: Was bedeutet denn jetzt oder In welchen Zusammenhang steht diese Idee von One Love, wie du sie verstehst?

00:37:36: Für die Menschen in Babylon.

00:37:39: Also die, die tatsächlich unterdrückt werden.

00:37:43: Volk daraus dass Sie zum Beispiel auch ihre Unterdrücker lieben müssen oder was... Was folgt daraus dann?

00:37:51: Könnte man ja zurückwenden sagen.

00:37:54: Ja genau vor der Geschichte, dann wende doch mal One Love für dich selber an!

00:38:01: Ich würde sagen, Rasta Farai würden dann sagen naja zumindest muss ich mal anfangen damit eben auch anzuerkennen dass auch meine Unterdrücker erstmal Menschen sind.

00:38:17: So ich glaube Bonnlauf heißt nicht das ich alle Menschen irgendwie weder sympathisch finde noch dass sich sage alle machen das richtige.

00:38:27: so Keine macht ein Unrecht und ich muss darüber hinwegsehen, weil alle sympathisch finden.

00:38:33: Nee, das bedeutet es nicht aber ich kann trotzdem anerkennen und es ist natürlich schwierig jetzt zu sagen Menschen mit einer Erfahrung der Sklaverei und des Rassismus zu sagen.

00:38:46: Aber ich glaube wenn man was rausziehen ist die Idee dass sich anerkennt dass auch Die menschen Menschen sind in erster Sinne oder im ersten Sinne.

00:39:01: Ich muss auch nicht deren Handlungen akzeptieren, ich muss auch nie akzeptiert dass meine Ansprüche sozusagen missachtet werden.

00:39:12: Ansprüchen die mir vielleicht gerade aus erlebten Unrecht eigentlich zustehen weil ich meine Familie in meiner Vergangenheit meinen Volk was weiß ich meine Glaubensbrüder und Schwestern unterdrückt worden sind, habe ich Ansprüche darauf auf Wiedergutmachen.

00:39:30: Das muss sich nicht alles negieren aber ich glaube, ich kann davor vor all dem sehen... Okay!

00:39:35: ...und ich glaub der Streit guckt anders aus wenn ich eben Verwundenheit

00:39:40: sehe.

00:39:40: Das klingt jetzt hier erstmal vernünftig.

00:39:42: Aber jetzt stell dir mal vor Ich verlange eine Entschuldigung oder eine Wiederguttmachung dafür dass du Renault Camus als Philosophen bezeichnet hast Ja?

00:39:53: Und Das

00:39:53: ist die letzte Folge.

00:39:55: Und du antwortest dann darauf, wir sind doch alle Menschen?

00:40:01: Also dann würde ich sagen, dann fühle ich mich in meiner Verletzung gerade nicht gesehen oder verstehe ich das komplett falsch.

00:40:10: Weil ... Ja weil du dann in meiner Antwort sozusagen den Appell hörst ja lass das Unrecht mal einfach sein jetzt vertragen wir uns schon wieder oder so

00:40:22: Genau, das wäre sozusagen mein Problem was ich damit hätte.

00:40:27: Dass eigentlich das Gegenüber also gar nicht auf das reagiert worum es mir eigentlich ginge in meiner sozusagen Forderung nach einer Entschuldigung oder wieder Gutmachung oder so.

00:40:41: Ja verstehe ich und klar da ist natürlich... Also ich versteh deinen Punkt weil es ja irgendwie, wenn man dann irgendwie sagt One Love ist verbunden genau das eigentlich folgen könnte und vielleicht auch oft ja folgt.

00:41:00: Vielleicht kann man diese Idee der Verbundenheit auch nochmal anders fassen und zwar in dem Sinne dass sie auch impliziert oder beinhaltet, dass deine Verletzung mich was angeht.

00:41:18: also wir sind eben nicht nur verbunden oder überhaupt nicht erst in diesem sinne verbunden.

00:41:24: hey, ja du hast mir nichts zwar scheiße behandelt ich habe dich scheiße behandelt so aber lass uns rüber hinwegsehen sondern Wir sind verbunden und genau das macht uns.

00:41:34: Erst sagen Aufmerksamkeit für die Verletzung die du sagen erlebt hast und die du äußerst in deinem, in deinm Anspruch den du mir gegenüber äußert zum Beispiel.

00:41:47: Und ich kann die Verantwortung eben nicht einfach mit einer freundlichen Geste erledigen.

00:41:55: Es reicht glaube ich dann eben nicht Einfach nur uns als Menschen gegenseitig anzuerkennen wenn es eben noch reale Verletzungen gibt.

00:42:09: Und ich glaube, das ist der Kern dieser One-Laufgedanke auch empfänglich zu sein für Unrecht, dass nicht einfach übersprungen werden kann, wenn's einfach noch Hierarchien gibt die sagen verletzung weiter

00:42:22: treiben.

00:42:24: Aber dann würde ich sagen, dann müsste man jetzt ja gucken sind sozusagen diese Verletzung durch dann hier nach dem blödes Wort Geht's dabei um Immatrielle?

00:42:37: Ich nenn jetzt mal ein bisschen sehr abstrakt Güter, ja.

00:42:40: Also wie zum Beispiel meine Verletzung über deine Bezeichnung von Renault Camus als Philosophen oder gibt es da... hast du mir materiell geschadet?

00:42:53: in beiden Fällen auf unterschiedliche Arten und Weisen.

00:42:55: würde ich aber sagen dass One Love dann Gerechtigkeit fordern Würde mit dem was du sagst oder dass das daraus folgern würde auf unterschiedlichen atmen und weisen dann ist natürlich für mich schon die frage Was die liebe noch hinzufügt.

00:43:11: jetzt an der stelle könnten wir nicht einfach über rechte oder über ansprüche Die verletzte menschen benachteiligte Menschen haben sprechen also über berechtigte Ansprüche von Menschen, denen Unrecht getan würde.

00:43:29: So könnte man es ja auch ein bisschen anders formulieren.

00:43:32: Reicht das nicht?

00:43:34: Also wer jetzt der Letzte, der irgendwie nicht gerne über Ansprüchen sprechen will, ich habe ein bisschen zentrales Metabolat mit dem wir eben unsere Beziehungen auch regeln gerade in solchen vor solchen historischen Zusammenhängen.

00:43:47: so also gebe ich dir recht.

00:43:51: Ich würde aber doch sagen dass One Love oder Liebe als Einstellung, als Haltung zu verstehen ist.

00:43:59: Die noch grundlegend erreicht und die vielleicht allererst den Blick öffnet dafür eben die Verletzungen des anderen der anderen sagen reinholt und mich aufmerksam werden lässt sozusagen.

00:44:16: Die fragt

00:44:17: ob

00:44:18: das was du äußerst an Verletzung an Geschichte, an erlittetem Unrecht.

00:44:25: An Ansprüchen die du daraus entwickelst.

00:44:28: Die fragt und lässt sozusagen diese Ansprüche überhaupt zu im gesellschaftlichen aber auch im individuellen Leben glaube ich.

00:44:36: Und das ist etwas.

00:44:37: also sagen so eine Vorgerechtigkeitshaltung glaube ich die Liebe hier ausdrücken kann oder jedenfalls was Bonnlauf bezeichnet.

00:44:49: So weißt ihr machte Sinn?

00:44:53: Okay, also One Love sagst du jetzt gewissermaßen ein Maßstab den die Wirklichkeit noch nicht erfüllt.

00:45:01: Also sozusagen dieses Konzept stellt uns vor die Frage wie eine Gesellschaft aussehen müsste in der das Postulat von der gleichen Würde – naja ich sage es mal nicht schon an der nächsten Grundstücksgrenze endet oder etwas zu tun hat mit der Herkunft eines Passes oder mit der Hautfarbe einer Person.

00:45:24: Oder mit der gesellschaftlichen Schicht, dem Milieu wie auch immer.

00:45:29: Dem eine Person zugehört.

00:45:32: Genau und zur Liebe so verstanden gehört dann auch eben die Bereitschaft zum Streit.

00:45:38: Wie wir vorher schon ein bisschen anklingen haben lassen weil es mir nicht gleichgültig ist wie du leben kannst oder wie du zu leben hast.

00:45:47: Es geht mich etwas an.

00:45:49: Das ist genau der Punkt glaube ich.

00:45:51: Und weil nein, Widerspruch etwas zeigen könnte was ich vielleicht aus meiner Position eben übersehen habe.

00:45:59: Grunde könnt man sagen lieber Sebastian das Monlaw doch so ein bisschen ist wie Dissenspflege oder jedenfalls in der Dissenzpflege.

00:46:06: wollen wir Monlaw zum Ausdruck bringen, oder?

00:46:09: Ja auf jeden Fall und da wir ja hin und wieder mal den Hinweis bekommen haben wir sollten den Podcast umbenennen hier

00:46:22: hier

00:46:23: Damit kann ich natürlich mehr anfangen.

00:46:29: Worüber du jetzt viel gesprochen hast, ist das mich zum Beispiel Verletzungen et cetera anderer Personen etwas angehen.

00:46:39: und jetzt ist dann schon die Frage ob daraus eine Pflicht entstehen könnte auf der anderen Seite mich auch mit jemanden persönlich zu versöhnen.

00:46:48: Und da sage ich zum Beispiel, ich möchte mich mit Renokamy nicht versöhne!

00:46:58: Ja genau das hattest du ja vorher auch schon erwähnt.

00:47:03: Klar darf man dann sagen wie betroffene Personen Darfabstand erhalten und wir dürfen verlangen dass Unrecht aufhört.

00:47:14: Denn wir können nicht verlangen, dass jemand dem Täter oder den vermeintlichen sogenannten Philosophen dann auch noch Beachtung oder Garnet schenkt.

00:47:27: Okay, dann würde ich vielleicht meine Skepsis ein Stück weit zurücknehmen.

00:47:32: Ich hatte irgendwie Wondela vielleicht auch bisschen zu viel oder überhaupt als sowas wie eine Harmonieverpflichtung verstanden.

00:47:40: aber du liest es auf der anderen Seite eher als eine zwar eine bestimmte Art von Verpflichtung, aber eine Verpflichtungen die tatsächlich auch konfliktfähig ist sag ich mal.

00:47:55: Genau das finde ich gut beschrieben.

00:47:57: du hast dann und das fand ich schon spannend eben noch die Bedingungen kann man sagen hinzugefügt dass wir eben Versöhnungen doch aber auch niemandem abverlangen dürfen.

00:48:07: Und ich glaube, das präzisiert es auch noch mal.

00:48:09: und auch das was du gesagt hast, was wirklich ... ist nicht Harmonie over everything sondern genau wie du beschrieben hast.

00:48:19: Probieren wir's doch vielleicht noch etwas Alltäglichen die Renault-Kamyu.

00:48:21: Das Renault Kamyu Beispiel ist ja auch ein bisschen blöd.

00:48:23: jetzt ne?

00:48:25: Er ist

00:48:25: kein Philosoph, Punkt!

00:48:27: Genau.

00:48:27: also damit ist dann auch sozusagen... auch bei mir wieder gut gemacht.

00:48:35: Eine Stadt, sagen wir mal planten Platz um.

00:48:38: das passiert ja mal.

00:48:41: Einige der Bürgerinnen wollen jetzt dass auf diesem Platz Parkplätze entstehen andere sagen ne nicht noch mehr Autos in der Stadt.

00:48:50: Wir wollen Bäume und Spielplätze zum Beispiel oder überhaupt einen Raum in dem Kinder spielen können.

00:48:57: alle gehören natürlich die sich jetzt an dieser Diskussion beteiligen zu dieser Stadt.

00:49:03: Aber das alleine löst ja diesen Konflikt, den es jetzt da gibt noch nicht.

00:49:08: Ja, das stimmt aber ich glaube Wondorf könnte dann verändern wie diese Streit geführt wird.

00:49:15: also wer sitzt denn am Tisch?

00:49:18: Wer kann sich für Gehör verschaffen?

00:49:20: auch wer kann sich nicht Gehört verschaffen?

00:49:25: Wer muss denn später, wenn keine Bäume gepflanzt werden die Hitze ertragen?

00:49:31: Die dann da stattfindet weil man eben sich nicht für einen anderen Plan entschieden hat und vielleicht tauchen eben Dann auch Bedürfnisse aus auf die Blatt bis dato dann noch gar nicht so im Zentrum stammt.

00:49:47: Und am Ende darf ich aber trotzdem gegen deinen Vorschlag stimmen.

00:49:51: Plätze dazu bauen

00:49:53: Ja, das ist unser tägliches Geschäft hier in der Besenskriege.

00:49:56: Nein natürlich!

00:49:58: Ich meine idealerweise ist doch so dass Sohn Konflikt dann auch auf eine Weise geführt wird wo Gründe die genannt werden eben auch einen Vorschlag verändern und eigentlich verbessern sollen weil er eben sozusagen klarer ist und mehr Bedürfnisse adressiert.

00:50:13: Das wäre tatsächlich mehr als Nettigkeit und es ja echt ein super Bogen.

00:50:17: zu meiner Erfahrung in der Politik von vorher in gewisser Weise.

00:50:23: Aber vielleicht merkt man uns bis dahin einfach mal One Love, liefert uns noch keinen Bebauungsplan.

00:50:29: Das stimmt!

00:50:29: Genau der ist noch nicht da.

00:50:32: aber ich glaube One Love verändert so wie wir es beschrieben haben wessen Leben in diesem Plan der dann zu zeichnen ist oder festzulegen ist vorkommt.

00:50:45: Wer übrigens noch irgendwie noch in Tcha in dem der Rastafari vorkommt Ja!

00:50:53: Und jetzt wäre mein Vorschlag über Sebastian, dass wir kurz mal theologisch werden und über das Gottesbild der Rastafari uns unterhalten.

00:51:03: Das finde ich nämlich

00:51:05: super spannend.

00:51:06: Ja unbedingt.

00:51:07: Wir schießen los.

00:51:10: Okay, pass auf also für viele aber nicht für alle Rastafaris ist Heile Selassie i oder Heile Tatsächlich die leibhaftige Erscheinung Gottes, der wiedergekehrte Christus.

00:51:26: Der schwarze Messias.

00:51:29: Übrigens, das wollte ich vorher noch erwähnen und passt jetzt aber hier eigentlich ganz gut, der Name Rastafari, der name dieser Religion und auch ihrer Anhänger verweist übrigens auf den früheren Namen von Haile Selassie.

00:51:47: Also Heiles Elassi ist der Name in Kraft der Dreifaltigkeit, heißt es übersetzt aus dem Amharischen.

00:51:53: So hat sich Heileselassi eben als Kaiser genannt.

00:51:56: Der hieß davor Rass-Tafari Marconin und Rass und Tafari sind Adelstitl im Amharisch in Äthiopien also das heißt irgendwie Fürst und Prinz Marconen Und aus Russ und Tafari, aus diesen Adelzitten ist eben dann die Selbstbezeichnung der der Religion entstanden.

00:52:21: Ja als Name für Gott knüpft das ist wenig erstaunlich an Die Kurzform des Gottesnamens.

00:52:30: Yahweh in der Hebräischen Bibel ist eben der personifizierte lebendige Gott.

00:52:46: Und da wird ja auch als im Menschen gegenwärtig verstanden und das verbindet die Gottesvorstellung mit ANI, dem Rasterwort für wir.

00:52:57: Absolut!

00:52:58: Und ich finde diese Idee des ANI – sag gleich was dazu – das finde ich wirklich eine der allerstärksten Ideen der Rastafari.

00:53:09: denn in diesem ein Ei, ich und Ich.

00:53:12: I end Ei.

00:53:14: Steckt wirklich so viel Philosophisches drin, dass man da vermutlich eine ganze Sendung machen könnte Sprachphilosophie und Ontologie.

00:53:25: Je nach Verwendung bedeutet dieses Ein-Ein nämlich du hast es ja schon gesagt das heißt wir die Verbindung von einzelnen Menschen untereinander.

00:53:37: also wir sind zwar ich, die zusammenkommen.

00:53:41: I&I gehen jetzt nach Hause so... Ich und ich.

00:53:45: Und es ist nicht einfach ein wir irgendwas Neues sondern das ist eine Verbindung zweier Individuen.

00:53:51: Ja?

00:53:52: Das finde ich total spannend!

00:53:54: I&E heißt aber auch als sozusagen in der Übersetzung von Wir.

00:53:59: Ich und Gott sind verbunden.

00:54:02: So und da steckt die Idee dann dahinter dass wir Menschen sozusagen eine Gemeinschaft bilden, die als Individuen verbunden sind.

00:54:12: Aber eben auch als Individuen, die das Göttliche in sich tragen!

00:54:21: Der Auszug ist eben die Verbindung einzelne untereinander aber eben auch die Verbindung einzeln und Gott Beides zugleich, sozusagen.

00:54:33: Das sind die Ideen, die in diesem kleinen Wort ein Ei drinstecken.

00:54:37: Der andere du ist ebenfalls sprachlich jetzt zumindestens ein Ei und der kommt jetzt nicht wie er als Ein Ich hier rein.

00:54:48: Und die göttliche Dimension eben auch.

00:54:50: Ist das nicht faszinierend?

00:54:52: Auf jeden Fall!

00:54:53: Also ein Ich steht einem anderen Ich gegenüber kann man sagen und keinem dieser Ichel Dieser Ichs muss zum bloßen Gegenstand des jeweils anderen werden.

00:55:04: Genau, ein Ei so verstanden ist aber nicht einfach nur die Behauptung.

00:55:11: also es gibt zuerst sozusagen völlig unabhängige Ichs, die sich irgendwie so verbinden wie so Atome, die dann irgendwie zusammenkleben oder so in der Rasta Farai.

00:55:25: Philosophie ist die Verbindung der Menschen untereinander.

00:55:29: Deswegen bin ich da gerade so drauf rumgeritten, aber schon durch die Verbindungen in ... Ja!

00:55:35: In was Göttlichem sagen wir müssen das gar nicht jetzt so religiös.

00:55:39: Wir können einfach in was Görtlichem, in was uns verbinden dem Grund gelegt.

00:55:45: Wir entdecken also in unserer Verbindung miteinander etwas, was uns vorgeht.

00:55:53: Also bevor wir da sind, bevor wir unser X verstehen entdecken wir dann eine Verbindung von uns ineinander die wir nicht erst durch irgendwie so ein Vertrag oder so erzeugen ist.

00:56:04: Wir müssen nicht ersten Vertrag schließen um irgendwie eine Gemeinschaft zu werden und ich finde da passt auch unsere Überlegungen zur Vertragstheorie Der wär ja durchaus auch kritisch in Teilen gegenüberstanden, hört da auch noch mal rein.

00:56:21: Die passt da ganz gut dazu finde ich?

00:56:24: Ja

00:56:24: irgendwie die Po-Hante wäre sozusagen Gemeinschaft darf den Einzelnen nicht schlucken.

00:56:33: Trotzdem sind Beziehungen gewissermaßen kein nachträglicher Zusatz zu einem bereits fertigen Selbst.

00:56:42: Denn ich lerne ja erst jemand zu sein indem andere mich zum Beispiel auch ansprechen.

00:56:48: Ich brauche ihre Fürsorge, aber auch ihren Widerspruch.

00:56:51: die Beziehung zu anderen also und selbst die Fähigkeit mich von einer Gemeinschaft zu lösen entsteht ja nicht voraussetzungslos.

00:57:01: ich brauche Sprache Selbstvertrauen Schutz Und oft bisschen metaphorisch gesprochen einfach Menschen die mir beim Gehen helfen.

00:57:12: Genau, und du hast es vorher so gut eingeführt.

00:57:15: Das ist doch die Idee auch hinter einer relationalen Automobilie oder man könnte sagen einen relationalen Individualismus.

00:57:23: Wir gehen nicht auf in der Gemeinschaft wir gründen sie aber auch nicht erst als fertige Ichs.

00:57:31: sozusagen

00:57:32: Ja ja und okay.

00:57:36: interessant ist hier Vielleicht auch deshalb nicht einfach ein Schaukampf zwischen dem einsamen solipsistischen Ich und dem allesbestimmenden Wir, Kommunitarismus gegen radikalen Liberalismus.

00:57:51: So haben wir das ja auch schon mal diskutiert.

00:57:52: Interessant ist vielleicht vielmehr die Frage, welche Beziehungen ein freies Leben ermöglichen?

00:58:00: Absolut!

00:58:01: Und wenn man jetzt hier nochmal auf die Ja-Idee kommen... Wir sind ja im Bereich der Theologie, hatten wir gesagt.

00:58:10: Also wie gesagt, in der Rastavari Deutung ist in meinem Ich bereits ja zugrunde gelegt und dieser verbindet mich eben mit einem anderen Ich.

00:58:30: Übrigens hast du das vorher schon gemerkt.

00:58:34: Die Rasta, die reden auch nicht von Heile Selassie The First sondern sie reden von Hele Selassi Ai.

00:58:40: Und sie werden sich rastafarrig.

00:58:43: Exakt ganz genau!

00:58:46: Also und ich finde es tatsächlich einfach... Ich glaube dass hat ethische Konsequenzen.

00:58:55: Wenn wir das religiös formulieren wollen ist heißt es, Gott begegnet in der Welt im Leben mittendrin.

00:59:01: Das ist nicht was Transcendentales da draußen sondern es ist hier vor Ort und wir können's auch nicht theologisch deuten.

00:59:09: Wir können sagen das fand ich immer interessant und finde es nach wie vor wichtig.

00:59:15: Wir könnten so etwas wie eine verbindende Menschlichkeit sozusagen sehen und das ist nicht irgendwo, sondern es ist hier direkt mittendrin und religiös ausgedrückt durch die Idee des Chas.

00:59:27: Und das hat eben auch ethische Konsequenzen.

00:59:30: also wenn wir so viele Konsequenten für unser handeln weil wenn ich sozusagen das göttliche den göttlichen Funken in dir sehe was dich und mich vor unsere individualität verbindet dann kann ich dein leiden Deine Verletzung, mit der du ankommst auf das Bildvorher noch mal zurückzuführen.

00:59:53: Kann ich jetzt das nicht einfach bei Seite schieben und sagen dir, ihr wisst dann irgendwann später wenn du da mal mein Gott bist?

01:00:00: Im Himmel genau.

01:00:01: Dann wird es dir besser gehen.

01:00:03: Das kennen wir ja.

01:00:04: Wenn's so funktioniert oder zumindest lange Jahrhunderte funktionierte, das ist so im Christentum.

01:00:11: Ich glaube die Frage nach Gott hat deswegen einen ethischen ... eine ethische Stoßrichtung, weil sie uns eben ins Hier- und Jetzt an den jetzt verletzten Körpern ist.

01:00:23: Ich verstehe total was sich daran interessiert und was du daran spannend findest.

01:00:27: Ist natürlich ein bisschen die fast schon... Also die Frage, die sich natürlich unmittelbar anschließt, es würdest du auch sagen dass dieser Gott oder diese Vorstellung von Gott sozusagen ethisch anspruchsvoller ist als eben eine Religion, die ihren Gott sozusagen vor allem im Jenseits verortet.

01:00:52: Ja, ja würde ich sagen es ist lebensnäher da und irgendwie ethisch unmittelbar und unmittelbare einleuchten.

01:01:01: Der habe ich schon das Gefühl.

01:01:04: Unmittelbar einleuchtender leuchtet mir tatsächlich ein Andreas.

01:01:10: aber ein Problem dass sich doch dann vielleicht ergibt dass auf der anderen Seite ein Gott, der sich sozusagen eben nicht in dieser Weise lebensnah darstellt.

01:01:30: Der sich nicht mit einer weltlichen Macht gleichsetzen lässt doch auch sozusagen dazu dient zu verhindern das Herrscher sich selbst für heilig erklären können.

01:01:42: Wir wären jetzt eben so'n Lebendiger Kaiser, der sich für göttlich erklärt oder zumindest muss man ihm ja zugute halten.

01:01:52: Heiles Asiat ist nicht getan, er wurde für götlich erklärten.

01:01:55: aber man kann sich das vorstellen jemand der sich eben in dieser Welt dann für göthlich oder als Gott erklärt doch Schwierigkeiten aufwirft genau weil dann eben weltliche macht unangreifbar und absolut gesetzt wird, weil sie ja vermeintlich eben göttlich ist.

01:02:16: Ja,

01:02:18: genau.

01:02:18: aber wir müssen... Und das hast du ja jetzt schon angedeutet den historischen Heil des Elassi und den Rastafari glauben an der Stelle auch ein Stück auseinander halten.

01:02:27: also Elassie war ja selbst etiopisch orthodoxer Christ und die Gleichsetzung seiner Person mit Gott war keine von ihm verkündete Lehre.

01:02:35: das hast Du ja auch schon gesagt.

01:02:38: Vielmehr ist es so, dass seine persönlichen religiösen Äußerungen – da gibt es ja auch Interviews – seinen Glauben an Christus und an den christlichen Gott eigentlich bezeugen.

01:02:51: Genau!

01:02:51: Aber selbst wenn ich also Gott nicht mit einem lebendigen Kaiser identifizieren muss man auch dazu sagen….

01:03:00: das muss noch einmal hervorholen ….

01:03:02: Nicht alle Rastafari Menschensströmungen machen das.

01:03:08: Manche machen es, aber nicht alle.

01:03:10: Also selbst wenn ich's eben auch nicht mache kanns natürlich schon Probleme geben sagen des göttliche irgendwie in mir zu sehen und im anderen zu sehen oder wenn ich jetzt erstmal bei mir sehe weil ich mich dann natürlich abschirmen kann also sagen ähnlich wie mit meldlicher mach kann irgendwie was auch immer ich an mir, an göttlichem drin seh mich davon befreien dass ihr jetzt mit dir diskutieren muss.

01:03:41: Ja klar!

01:03:42: Ich bin

01:03:43: ja... Genau du könntest deinen eigenen Willen für göttliche Führung halten oder zumindest so verkaufen.

01:03:51: aber ich möchte den Gedanken vielleicht auch mal versuchen zu verteidigen.

01:03:56: das etwas in meinem inneren zur Sprache kommt muss ja nicht selbstbestätigung heißen Es könnte ja gerade meine Gewohnheiten in Frage stellen.

01:04:07: Ja, guter Punkt.

01:04:09: Guter Punkt auch das noch mal positiv zu sehen, ich fing an die Problematik deutlich zu erkennen.

01:04:18: Ja machen wir weiter?

01:04:20: Ich finde halt die Frage wichtig was mich überhaupt sozusagen aus meiner Bequemlichkeit herausbringen kann.

01:04:30: ein abstraktes Prinzip kann ich ja anerkennen und dann ignorieren.

01:04:37: Das kennen wir ja auch, ist ja auch ein wesentliches metaethisches Problem.

01:04:43: Also... Und auf der anderen Seite kann aber die Erfahrung, die du ja vorhin auch schon mal beschrieben hast einem Menschen wirklich verpflichtet zu sein beispielsweise vor dem Hintergrund mit Blick auf eine Verletzung viel stärker treffen.

01:04:58: Und damit meine ich jetzt nicht, dass sich Gott nur in Haile Selassie Ai manifestiert.

01:05:05: Sondern wie du ja vorhin gesagt hast, Gott manifestiert sich in dieser Vorstellung im Herzen aller Menschen dem Ei in Ei.

01:05:15: Nur ist ja genau diese Erfahrung... Ich bin dem anderen Menschen der anderen Person quasi döttlichem Funken verbunden.

01:05:29: Jetzt immer noch kein Beweis, dass Gott auch in ihm oder in ihr wohnt.

01:05:32: Natürlich

01:05:33: nicht!

01:05:33: Das wäre in jedem Fall eine reine Glaubensdeutung.

01:05:37: Du musst hier ja nicht teilen um zu verstehen was sich für jemanden bedeutet.

01:05:43: also nur darum geht es mehr.

01:05:45: gerade

01:05:46: Genau und ich glaube das finde ich auch gut weil genau wieder der Versuch ist eben herauszuholen Was können wir denn da aus dieser Philosophie?

01:05:54: Du hast diese Religion heraus, dann könnt man sagen So diese Idee von Ja als lebendig hier in der Welt, in den Menschen wohnender Gott.

01:06:08: Wie auch immer das können wir da eigentlich nochmal extra diskutieren wie was nennen kann eben ethische Verantwortung für denen die andere eben unmittelbar ins Leben holen.

01:06:20: aber ob es dann gelingt.

01:06:22: Das zeigt sich daran, wie Menschen dann tatsächlich auch umgehen miteinander und ob sie sich eben auch korrigieren lassen oder ob Sie so einen allgemeinen Wissenanspruch sozusagen haben.

01:06:39: Genau!

01:06:40: Und wie du ja schon gesagt hast uns interessiert hier vor allem was diese Vorstellung sozusagen welchen philosophischen Wert sie vielleicht hat noch rauszuholen ist.

01:06:54: Und finde ich voll gut und für so einen Ansatz gäbe es auch eigentlich super Material.

01:07:01: in der christlichen Mystik, da sind ganz viele Ideen die wir jetzt hier gerade angesprochen haben eben auch umgesetzt.

01:07:13: Ich sag nur Meister Eckert, der von einer Geburt des göttlichen Wortes in der Seele spricht oder Plotin ist kein Christ, aber im Neu-Platonika die so die Idee haben dass wir zurückkehren zum einen zum Hennen.

01:07:31: Also ich glaube da gibt es super spannende Parallelen die man aber glaube ich noch mal eigens nachgehen müssten.

01:07:40: Das wird mir jetzt

01:07:41: auch zu krass, Andreas.

01:07:46: Aber was natürlich trotzdem in Interesse handbleibt und das haben wir jetzt ja auch schon ein Stück weit vorher schon darüber gesprochen ist sozusagen dieser ganz besondere Umgang mit Sprache.

01:07:59: Da würde ich vielleicht gerne noch mal draufzusprechen kommen.

01:08:02: Wir haben ja schon gesehen dass es mit allen eigenes Wort für wir vorkommt dass eine gehörige Portion ja philosophical load beinhaltet und es geht ja noch weiter rasta faray sagen zum beispiel overstanding statt under standing oder down pressure statt oppression.

01:08:23: solche neubildungen gehören ja zum sogenannten dread talk

01:08:29: genau und die idee beim Understanding oder Overstanding ist, dass dieses negative drunter abgelehnt wird.

01:08:39: Das wird abgelehnd.

01:08:40: Man möchte ja wenn man jemanden versteht nicht unter jemandem stehen sondern über der Sache stehen weil man es verstanden hat

01:08:48: und ähnlich Downpression macht oder soll Hörer machen was Unterdrückung tut nämlich Menschen nach unten drücken.

01:08:56: das ist sozusagen eine bewusste Neudeutung von Wörtern und keine historische Erklärung ihrer Herkunft.

01:09:05: Und das ist eigentlich philosophisch total spannend, wenn man sagen würde, Sprache bildet jetzt Welt nicht einfach nur ab.

01:09:13: Sie, wenn wir es so will bietet uns auch Plätze in dieser Welt an.

01:09:19: sie sagt uns wer was für selbstverständlich erklärt und sie sagt uns auch, dass vernünftig gilt.

01:09:29: Und was als problem erscheinen.

01:09:30: also sprache bildet nicht nur ab Sie macht etwas mit uns und unseren platz in dieser welt

01:09:38: ist eigentlich irgendwie auch eine konstruktivistische idee die damit drin steckt wieder total.

01:09:45: wenn Menschen die Sprache in diesem sinne oder In dieser Weise verändern dann, beanspruchen sie ja die Möglichkeit ihre Erfahrung selbst zu deuten.

01:09:55: Absolut!

01:09:56: Und das wiederum reicht vielleicht tiefer als die Hoffnung ein unangenehmes Wort durch ein angenehmeres zu ersetzen.

01:10:06: Overstanding formuliert den Anspruch sich Erkenntnis aus einer würdevollen Position heraus anzueignen und ich muss mich nicht klein machen um verstehen zu dürfen, verstehen zu können.

01:10:19: Ja, absolut.

01:10:21: Ich finde es total faszinierend wie das Individuum und Sprache und Welt in Zusammen gebracht werden.

01:10:28: Jetzt könnte man natürlich sagen ja wir verändern also Sprach reden nicht mehr von Understandings und Overstanding.

01:10:36: aber was natürlich faktisch trotzdem bleibt sind die Verhältnisse in der Welt, Machtverhältnisse, Ungerechtigkeit, Dominierung.

01:10:45: Also Sprache ändert macht ja die Welt nicht besser oder?

01:10:48: Wir haben darüber auch schon oft diskutiert.

01:10:50: Ich finde da wird es deutlich diese Problematik.

01:10:53: Du meinst die Macht-Verhältnisse sind sozusagen dieselben geblieben auch wenn man jetzt ein Wort verändert hat.

01:10:58: aber dann würde ich fragen Sind sie denn wirklich dieselben?

01:11:02: Wenn jemand etwa sich selbst eben nicht mehr nur in den Begriffen sagt jetzt mal in Anführungsstrichen der Mächtigen beschreibt, wenn er also nicht von Oppression sondern von Down-Pression spricht beispielsweise.

01:11:18: Ja klar sind die Menschen andere aber die Machtverhältnisse bleiben.

01:11:24: Dominierung bleibt möglicherweise bestehen auch wenn ich mich anders darin wahrnehme.

01:11:28: das wäre unserzsicher.

01:11:31: Sicher warst du bestimmten Punkt, aber wer anfangen will eben diese Verhältnisse zu ändern muss ja die eigene Erfahrung.

01:11:38: da sind wir vielleicht wieder ein Stück weit auch bei epistemischer Ungerechtigkeit.

01:11:43: Muss ja die eigenen Erfahrungen zunächst für überhaupt aussprechbar und davor vielleicht noch für überhaupt relevant halten.

01:11:52: Und ich würde die Möglichkeit eben epistemische Ungerechtlichkeit selbst etwas zu benennen Was die gegenwärtigen Herrschaftsverhältnisse vielleicht gar nicht hergeben, nicht unterschätzen.

01:12:08: Und dazu auch wirklich heute noch mal in die Folge zur epistemischen Ungerechtigkeit rein.

01:12:12: Da haben wir uns hier länger damit auseinandergesetzt.

01:12:15: Ja dann könnte man in dem Sinne sagen Sprache verändert eben nicht direkt äußeres Unrecht oder Machtverhältnisse oder wie immer das Nennwilldominierung Aber sie verändert, so hat es uns ja vorher auch gesagt.

01:12:32: Doch meine Position in der ich dieser Ungerechtigkeit Domination-Eigentumsverhältnisse begegne?

01:12:42: Ja Sprache ist jetzt ein bisschen blöd formuliert vielleicht aber er bietet uns sozusagen neue Rollen an.

01:12:50: also wenn nicht immer nur als Problem, als rückständig oder als hilfsbedürftig beschrieben werde zum Beispiel Dann wird es natürlich schwerer für mich, als jemand zu sprechen der selbst etwas weiß und urteilen kann.

01:13:05: Und etwas Wichtiges zum Beispiel gesellschaftlichen Diskurs und zur Veränderung von Verhältnissen beitragen kann.

01:13:12: Absolut!

01:13:12: Wir haben eine heutige Ungerechtigkeit.

01:13:14: ja ich finde das total spannend.

01:13:17: Mir vielen da ist auch immer Gewörter ein wie jetzt zum Beispiel Anschlussverwendungen.

01:13:23: Das wurde mal von Politikern irgendwie in so... Wirtschaftspolitischen Zusammenhängen für Leute verwendet, die arbeitslos geworden

01:13:33: sind.

01:13:34: Um sie wieder zu integrieren.

01:13:36: Ja

01:13:37: genau und auch heute noch ließe sich daran ja sozusagen in unserem Alltag, unser aller Alltag eine kleine Übung anschließen.

01:13:48: Wir können zum Beispiel mal darauf achten wann von Menschen als human Kapital die Rede ist Ja, oder wann Sorgearbeit nur als Kostenfaktor erscheint.

01:14:02: Oder wenn ein Naturraum als ungenutzte Fläche bezeichnet wird.

01:14:07: Also sozusagen darauf zu achten was eigentlich mit solchen Wörtern sichtbar gemacht wird und was eben unsichtbar gemacht wird oder was verschwindet durch die Nutzung solcher Förder.

01:14:23: Es könnte man natürlich kommen und sagen, ja aber pass auf so eine neue Sprache die kann wie ich sprach immer auch ne Grenze ziehen.

01:14:33: Auf die Jugendsprache zieht Grenzen weil wir sie nicht mehr verstehen.

01:14:38: Das finde ich total faszinierend.

01:14:41: Aber das kann natürlich auch problematische Folgen haben.

01:14:44: Du gehörst dazu Du kürst nicht dazu, weil du eben nicht diese Sprache sprichst.

01:14:52: Weil du nicht diese Wörter verwendest.

01:14:55: und das könnt ihr ja auch also sagen freie mich oder wann gibt es ein Problem sozusagen mit meine Sprache empowernd?

01:15:02: Und man ist sie ausgrenzt.

01:15:04: genau das was du da beschreibst kann bestimmt passieren.

01:15:07: aber dann würde ich halt sagen wir sollten die befreiende Wirkung von Sprache Daran prüfen, ob mehr Menschen

01:15:17: sprechen

01:15:18: und auf der anderen Seite auch gehört werden können.

01:15:21: Und nicht bloß daran, ob alle dieselben neuen Wörter verwenden.

01:15:26: Das wäre jetzt ja so ein bisschen das was denke ich worauf sich das was du sagst runterbrechen lassen würde.

01:15:33: Da gibt es bei den Rastafari auch eine passende Gesprächspraxis die genau des Ausdrück.

01:15:39: sie nennt es Reasoning Und Reasonings sind sozusagen Zusammenkünfte, bei denen alle möglichen Fragen von Philosophischen über Theologische und Praktische Fragen gemeinsam erörtert werden.

01:15:52: Das ist auch so ein bisschen die Sensepläge.

01:15:54: da darf jeder und jede mitreden und seine und ihre Position darlegen und dann kommt man miteinander ins Gespräch und es hat ja eben sowie du sagst was Also zumindest in der Theorie.

01:16:11: Vielleicht können wir ja nachher noch mal ein bisschen kritisch draufblicken, aber zumindest in Theorie hätte er so eine Praxis des Reasonnehmens eigentlich einen inklusiven Touch sind.

01:16:22: Aber natürlich muss man schon auch sagen.

01:16:25: Natürlich immer als Herrschaftsfreie Diskurse die jetzt keinerlei Autorität.

01:16:30: Das Problem kennen wir ja auch von anderen Autoren.

01:16:37: Okay, aber dennoch finde ich es vielleicht für die Beschäftigung mit so Konzepten begriffen, Wörtern wie One Love, Ja, All in I und all die anderen über die wir gerade gesprochen haben wichtig dass sich eben von etwas überzeugt sein kann.

01:17:01: Die Idee aber ist das ich mich trotzdem in dieser Überzeugung durch deine Fragen prüfen lassen können sollte

01:17:09: dass wir auf jeden Fall tun sollten, ist unser Gespräch nicht als authentisches und das einzige authentische Reasoning hier erklären.

01:17:18: Wobei?

01:17:20: Ich finde ... Wir haben schon immer auch ... Also, Dissenspläge kommt diesen Ideen ziemlich nah für dich.

01:17:27: Soweit würde ich gar nicht gehen aber wir können uns ja trotzdem davon anregen lassen zum Beispiel in dem du oder auf der anderen Seite natürlich auch ich, den wir einwende des anderen jeweils nicht nur beantworten sondern überhaupt erstmal prüfen ob sie überhaupt wirklich verstanden haben.

01:17:47: Ja und wie du vorher gesagt hast das muss auch für mich gelten dann kann ich immer noch anderer Meinung sein.

01:17:56: Aber ich finde wir versuchen dem schon nahezu kommen.

01:18:00: Genau, aber natürlich bei bestehend zuhören ist keine Verpflichtung am Ende zuzustimmen.

01:18:04: Ich glaube das haben wir auch immer so gehalten.

01:18:07: ich meine ich stimme dir ja auch praktisch nie zu auch wenn ich dir zugehört habe.

01:18:12: Okay Andreas, aber bevor wir uns jetzt da vielleicht ein bisschen zu sehr selbst feiern und damit ja auch Rastafari müssen wir vielleicht noch auch über eine Schwierigkeit sprechen.

01:18:26: denn man muss ja auch ganz klar sagen dass zumindest Teile der Rastafari, sehr patriarchale Rollenverständnisse vertreten und auf der anderen Seite sehr krasse Einschränkungen für Frauen vertrete.

01:18:48: Zugleich waren Frauen auch immer politische Akteurinnen sozusagen in diesem Rastafarer Umfeld oder mit Bezug Rastafari.

01:19:00: So gab es zum Beispiel, für die Petitionen von Rastafarer Frauen gegen ungerechte Behandlungen durch die Kolonialjustiz damals noch.

01:19:10: Also können wir natürlich sagen sie nur als Opfer oder als Unterdrückte zu erzählen oder Vorkommen zu lassen würde dann ihnen auch nicht gerecht werden?

01:19:25: Ja aber worauf ich schon noch mal hinweisen will und auch hinaus, ist dass es in bestimmten religiösen Auslegungen im bestimmten Menschen, die du ja auch schon benannt hast, diskriminierende Haltungen nicht nur gegenüber Frauen sondern auch beispielsweise gegenüber homosexuellen Personen.

01:19:46: Das ist auf der anderen Seite auch wieder nicht allen Rastafaris zuzuschreiben.

01:19:52: aber das Konzept Der One Love macht das offensichtlich Ungeschehen,

01:20:00: ja.

01:20:00: Und das kann man nicht stark genug betonen, dass da wirklich viel Diskriminierung, Ablehnung und Unterdrückungen gegenüber von Frauen, gegenüber queeren Menschen Homosexualität stattfindet – absolut!

01:20:18: Und im Prinzip muss man ja schon auch die Idee der One Love oder was auch immer, der Verbundenheit, die wir jetzt diskutiert haben.

01:20:27: Auch auf die eigene Sicht anwenden.

01:20:31: diese universelle Verbundenheiten gilt und ich glaube das ist schon etwas, was glaube ich uns eben schon auch wichtig ist, muss auch für Ja, in dem Fall Frauen muss für queere Menschen und andere Minderheiten oder andere unterdrückte Gruppenparteien wie auch immer gelten.

01:20:49: Absolut!

01:20:50: Sonst verfehlt die Philosophie einen eigenen Anspruch?

01:20:53: Ja das würde ich auch sagen ja und erst während hinzukommen vielleicht nochmal dass eine Bewegung und darüber haben wir ja auch ein Stück weit schon gesprochen deren Befreiungs Hoffnung sich auf einen Kaiser richtet der noch dazu sozusagen religiös legitimierte Autorität oder göttlich legitimierte autorität hat, schon die frage stellen lassen, die im vorher auch schon mal kurz angeklungen ist.

01:21:22: Ob denn nicht eine solchermaßen proklamierte Göttlichkeit für eine weltliche macht eben nicht alle möglichen schädlichen handlungen begründen restfertigen und hervorbringen kann?

01:21:39: Also ich glaube was wir auch mitnehmen müssen aus diesen Punkten, wenn wir den Rastafari aktualisieren wollen oder wenn wir jetzt den Versuch wie wir es jetzt gemacht haben unternehmen wollen Dinge herauszunehmen die uns vielleicht etwas sagen können für heute.

01:21:58: Die uns eben eine neue Ethik bieten und ich glaube dann müssen wir auch festhalten dass eine solche Aktualisierung oder an solche, sagen herausholen dieser Philosophie eben auch die Tradition kritisieren können muss aus der sie entsteht.

01:22:19: Also selbstverständlich aber ich finde das muss man nochmal festhalten weil es natürlich sonst allzu dogmatisch wird.

01:22:27: was ich glaube schon wichtig ist dass wir sagen Dass wir auch Kriterien dafür haben, einen Anspruch stellen dürfen an so eine Weiterführung oder Aktualisierung wie was nennen wollen der Philosophie für heute.

01:22:43: Sondern Anspruch Stellen dürfen und nicht einfach jetzt sagen ach cool da ist hier Rasta und One Love und das machen wir jetzt auch so machen alles was die machen auch und dann eben unterdrücken wir und irgendwie sind selber blind in unserem eigenen Handeln.

01:23:00: ich glaube dass macht es eigentlich auch gerade so wertvoll aus Unternehmen, wie wir es jetzt durchgeführt haben finde ich.

01:23:06: Genau und das gilt ja auch zum Beispiel eben für so Konzepte und Begriffe wie Babylon.

01:23:12: Das ist in gewisser Weise produktiv, solange der Begriff dazu beiträgt Unterdrückungen zu erkennen.

01:23:22: Er kann aber eben auch gefährlich werden wenn damit jede widersprechende Person zum Feind erklärt wird.

01:23:29: unter Verweis auf Babylon Sobald eben zum Beispiel jede Kritik nur noch als Beweis für die Bosheit der anderen gilt, ist gemeinsames Nachdenken kaum noch möglich.

01:23:40: und da sind wir wieder an dem Punkt den du schon gemacht hast.

01:23:43: Dann wird das halt selbst widersprüchlich mit Blick auf die eigenen Ansprüche.

01:23:50: Also auch das kann ich dir nur recht geben eine gute Utopie muss eben ihre eigene Korrektur oder die Möglichkeit der eigenen Korrektur schon mitdenken.

01:24:03: Sie braucht eben immer noch Menschen, die fragen dürfen ja gilt denn euer Versprechen auch für mich?

01:24:11: Und genau dieses Widerspruchspotenzial würde ja One Love auch davor bewahren zur bloßen Selbstbeschreibung zum bloßen Posterspruch derjenigen zu werden, die sich halt sowieso schon einig sind Klammer auf in der Unterdrückung von Frauen und Menschen.

01:24:32: Ja

01:24:32: genau, das finde ich eigentlich ein schönes Schlusswort weil es nochmal deutlich machen auf den Punkt bringt warum ich diese Ideen immer schon so spannend fand.

01:24:46: Die haben irgendwas berührt was eben eigentlich jenseits dieser war.

01:24:49: das ist alles befühlungsgut und sind also happy.

01:24:53: Und lieben uns alle.

01:24:54: und hippie das hat auch etwas für sich will ich abschreiten.

01:24:58: aber, aber da steckt eben was anderes drin so dieses wie du gerade noch was kannst.

01:25:03: also kann ich mich auch berühren lassen.

01:25:07: Von dem Leid anderer.

01:25:08: Du hast gefragt, gilt ein Versprechen auch für mich?

01:25:11: Also setzt ihr eigentlich voraus ich bin irgendwie empfänglich dafür dass hier eben auch leid ist.

01:25:17: Ich wende sagen auch beobachte mich selber und unter anderem oder unter all diesem steckt eben so'n finde ich schon weil wir es am Anfang von Optimismus und Pessimismus hatten da steckt was zutiefst Optimistisches drin Und ich glaube für mich ist diese Philosophie deswegen oder die Teile, die wir jetzt auch so rausgezogen haben.

01:25:38: Wir könnten noch viel über viel mehr reden.

01:25:40: aber für mich ist es deswegen so spannend weil ... nicht weil's sozusagen ein Block ist den Skip, den man ja zu übernehmen kann und was irgendwie ein ganz anderes Weltbild oder so ausdrückt das man halt so hat oder irgendwas Schönes oder irgendetwas naives sondern weiß eigentlich so eine Anforderung an einen stellt vielleicht eben auch hinzuhören wo kann ich denn nicht Offenzeichen für Verletzungen und vielleicht so eine Brille aufsetzen.

01:26:10: Und erkennen, dass der andere vor aller Unterschiedlichkeit irgendwie mit mir verbunden ist.

01:26:19: Menschen sind untereinander verbunden.

01:26:21: Es ist wie ein Band der Menschlichkeit.

01:26:24: Die nennt es Chow oder einen Eiwürst.

01:26:28: Aber wir sind eigentlich verbunden als ... als Menschen, verbundene Menschen an.

01:26:36: Aber in dieser Verbundenheit sind wir individuellen und die geben wir nicht auf zu sagen ich bin Ich sozusagen du bist Du ja.

01:26:46: also das ist so ein bisschen das was mich irgendwie faszinieren wo ich denke es könnte einen Anspruch sein im Ziel nicht eine Beschreibung wie es ist sondern Ziel vielleicht ne Korrektur unserer allzu individualistischen Ethik Ohne gleich in so viel Gemeinschaft.

01:27:03: Das ist einfach eine Utopie, glaube ich und kann Anspruch an uns setzen.

01:27:07: Ja das finde ich total witzig weil so sind wir jetzt auch in die Folge reingestartet also sozusagen das Verhältnis von Individuum- und Gemeinschacht und ist das eigentliche Schwierigkeit?

01:27:18: Und je länger wir es darüber gesprochen haben desto mehr hat sich für mich gezeigt dass ich eigentlich daran ganz andere Dinge vielleicht noch mal spannend finde oder dass wir jetzt ja im Verlauf unseres Gesprächs herausgefunden haben, das ganz viele philosophische Konzepte, Theorien, Theoriefamilien da eigentlich anschlussfähig sind.

01:27:46: Also der Startpunkt Individuum Gemeinschaft und so weiter ist schon ein Stück weit eben Relational.

01:27:54: Autonomie, relationaler Individualismus hast du glaube ich dazu gesagt.

01:27:58: aber was sich auch darin gesehen habe ist, sie sind eben diese Bezüge zur einem angemessenen Umgang mit sozusagen fundamentalem Unrecht und daraus oder mit Blick darauf entstehende Ansprüche moralischer Art.

01:28:20: Aber wir haben ja auch Bezügen zu epistemischer Ungerechtigkeit, zu konstruktivistischen Theorien.

01:28:27: Selbst Kant haben wir irgendwo gesehen Und das gilt jetzt vielleicht für Kant nicht unbedingt so, aber für bestimmte andere Konzepte und Theorien aus der Philosophie über die wir gesprochen haben gilt es vielleicht schon.

01:28:42: Dass ich das jetzt schon erstaunlich fand... Also da würde ich eigentlich gerne mal nachforschen ob sich diese Verbindungen, ob sie sich eben historisch rekonstruieren lassen.

01:28:57: Also klar, wenn wir jetzt im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts sind.

01:29:00: Klar, also kannte man da schon.

01:29:07: Aber zum Beispiel so Geschichten wie epistemische Ungerechtigkeit wird hier häufig maximal noch auf Foucault zurückgeführt.

01:29:14: Den kannte ich definitiv noch nicht.

01:29:18: Das würde mich einfach mal interessieren.

01:29:19: Da müsste man sich vielleicht nochmal beschäftigen ob man das irgendwie auseinanderklambüsern kann.

01:29:25: Also auf jeden Fall, ich bin dir sehr dankbar dafür dass du dieses Thema vorgeschlagen hast und dass wir uns dem gewidmet haben heute.

01:29:36: Ich fand es total cool.

01:29:38: Ja, ich fand's gut, dass du da mitgemacht hast.

01:29:41: doch wie du gesagt hast speziell ist anders.

01:29:44: Ich weiß, dass ich im Studium immer mal eine Hausarbeit dazu schreiben wollte.

01:29:48: Irgendwie hat es dann nicht geklappt, weil aus genau diesem Punkt den Du sagst, das ist nicht ne Sozialphilosophie die uns irgendwie auch ins Handeln treibt und unrecht sehen und auch verhindern lässt... Aus der wir jetzt zu sagen was für heute für unsere in Anführungsstrichen westliche Philosophien nutzen könnten?

01:30:04: Dem wollte ich immer nachgehen genauso wie du's grad beschrieben hast.

01:30:07: Hat irgendwie nicht geklapt!

01:30:08: Insofern freue ich mich, dass wir das jetzt gemacht haben.

01:30:13: Geh mit dem nochmal mehr nach, weil es exakt wie du sagst.

01:30:16: Wir haben so viele Bezüge tatsächlich auch entdeckt denen sich mal nachzugehen und ja finde ich super.

01:30:26: aber jetzt Sebastian Du wirst gar nicht glauben

01:30:30: Was jetzt kommt?

01:30:34: Ja genau was jetzt kommt ist nicht klar das vielleicht schon Aber Ich habe ja viel viel mehr als mich mit den Inhalten dieser Sendung geschäftigt Mit der Frage Welches Lied wähle ich denn jetzt aus?

01:30:46: Welches Liebpasten zu dieser wunderbaren Thematik, zu diesen Themen die wir aufgegriffen haben.

01:30:53: Und

01:30:53: du hast eine Sekunde nehme ich an!

01:30:55: Ich habe eines gefunden und hier werde das jetzt merken.

01:30:58: liebe Zuhörende Wir sind am Höhepunkt unserer Sendung angelangt.

01:31:04: den Musik-Tipps

01:31:06: Ja dann schießen mal los würde ich sagen.

01:31:07: also ich würde vielleicht vorher noch wie immer auf unsere Social Media Kanäle hinweisen wollen und auch die Möglichkeit uns per E-Mail zu erreichen.

01:31:18: Also weiß ich, was machen wir denn?

01:31:20: Schreibt uns doch einfach mal, was ihr von Rasta Farah haltet vielleicht vor dem Hintergrund der Sendung vielleicht aber auch davor schon unabhängig davon Was ihr davon haltet wie wir das versucht haben teilweise zu aktualisieren und in die Philosophie rüberzuholen ob das für euch Sinn ergibt oder nicht.

01:31:41: Und gerne könnt ihr auch mal schreiben, bevor Andreas sicherlich gleich zu einem passenden Musik-Tipp findet.

01:31:50: Was ihr eigentlich von Raggy haltet?

01:31:52: Das würde mich doch nicht interessieren!

01:31:54: Ja stimmt das würde mich ja auch interessieren.

01:31:56: Vielleicht finden wir es ja auch ein paar sich als Rustafari bezeichnende Menschen vielleicht in den Menschen zu finden.

01:32:05: Nicht nur wir sind auch an genau wie du gesagt hast Einfach daran interessiert, was ihr davon haltet und damit das Sinn macht.

01:32:12: Was wir so überlegt haben.

01:32:14: aber mich würde auch interessieren ob man dann nicht auch unter euch Menschen treffen könnten und den Kontakt treten können die sich tatsächlich also Rasta Farai bezeichnen.

01:32:24: Aber jetzt wie war's Sebastian?

01:32:26: Jetzt

01:32:26: möchte ich es wissen, jetzt haut ein Musiktefass.

01:32:29: Der Bar hochgelegt ja wirklich sehr viel überlegt und könnte auch einige Lieder nennen.

01:32:38: Entschieden habe ich mich letztlich für eine Band mit einem grandiosen Sänger.

01:32:45: Die Band heißt Culture, der Sänger heißt Joseph Hill und die Band hat einige gute Lieder geschrieben.

01:32:56: aber sie hat neunundsebzig ein Lied rausgebracht.

01:33:00: Jara Rastafari heißt es und das drückt glaube ich zentrale Kerne lustige Weise auch Gerade das aus, was du jetzt zuletzt beschrieben hast.

01:33:13: Nämlich der Kampf gegen Unrecht und Gerechtigkeit steckt da drin.

01:33:18: Und das kommt in diesem Lied zentral raus würde ich sagen.

01:33:23: Sie singen davon, dass Jai ein Ei als Watchman around Babylonian Walls eingesetzt hat.

01:33:32: Warum?

01:33:34: Um Never Peace... sozusagen anzustreben, wenn draußen unrecht passiert oder so lange draußen unrechts passiert.

01:33:43: Die Aufgabe ist es schreiben sie fight down war and crime in build up righteousness und Sie rufen dann ja Rastafari un preserve all people.

01:33:55: Was wir jetzt auch gar nicht besprochen haben ist sozusagen Word and Sound in Power, also die Kraft der Musik.

01:34:01: Aber da machen wir mal eine eigene Folge zu Reggae.

01:34:03: Unbedingt!

01:34:04: Unbedingt.

01:34:06: Genau, weil sie sagen Sie, Wir sollen im We should chant down a Babylon doors preparing the way for Charpeople.

01:34:15: Also Da kommen ganz viele Aspekte so dieses Wir kämpfen gegen Unrecht an und bilden Identität dadurch.

01:34:23: Und das ganze Diet klingt tatsächlich wie so ein Hymnus auch für meine Ohren und Hymnen singen.

01:34:31: Auch irgendwie baptistische christliche Hymne, die aber umgeschrieben worden sind.

01:34:36: textmäßig ist ein zentraler Teil von... Na ja, Bingis von Treffen oder Gottesdiensten wenn man so will.

01:34:46: Also das hört sich ein bisschen anders.

01:34:47: Ein wunderbares Lied geht ins Ohr hat irgendwie eine ganz berührende Message und aber eine nicht aggressiv, aber doch kämpfende Message die da rauskommt.

01:35:00: Das finde ich grandios ist ein Lied dass bei mir ganz oft läuft.

01:35:05: Joseph Hill und das wollte ich noch sagen Snuggle jetzt noch einen zweiten Tipp mit ein, wenn du mir erlaubst Sebastian.

01:35:12: Josephiel kommt auch in einer ganz wunderbaren Doppel vor.

01:35:17: ja auf YouTube anschauen könnt Holding on to Char.

01:35:21: Holding On To Char ist ein Film von unter anderem von Harrison Stafford.

01:35:27: der ist Hänger der eine ganz bekannte Raggy Band Foundation und der hat...der ist der Geschichte nachgegangen wie

01:35:34: eben

01:35:36: Reggae und Rastafari sich verbunden haben.

01:35:40: Und der Musik eigentlich viel mehr drin steckt als jetzt nur Unterhaltung, sondern da steckt eben der Kampf drinnen für eine bessere Welt und auch so ein religiöser Ausdruck.

01:35:55: Der Film zeichnet es nach, auch vor der Geschichte Sklaverei und Befreiung usw.

01:36:01: Und bringt eben auch Original-Interviews mit Joseph Hill und den kann ich wirklich sehr empfehlen.

01:36:08: Das ist ein ganz wunderbarer kleiner Film!

01:36:12: Von Culture, Tcha, Rasta Faray packen wir euch auf die Liste.

01:36:18: Ich bin gespannt, lieber Sebastian.

01:36:20: Ob du auch Reggie heute dabei hast?

01:36:23: Also

01:36:23: erst mal fantastisch!

01:36:25: Vielen vielen Dank Andreas.

01:36:26: ich bin sehr gespannt weil ich sagen muss dass sich oder haben der auch glaube ich schon in unserer Musiksendung drüber gesprochen.

01:36:35: das ist so ganz bestimmten Reggie auch weil es in meinem Freundeskreis in meiner Jugend auch gehört wurde Kenne und gerne höre, aber wirklich mich damit eigentlich überhaupt nicht auskennen.

01:36:51: Mit Reggie und Raga und so weit ist es eine fremde Welt für mich Und die Sachen, die du da immer auswählst haben wir bisher alle ausnehmen.

01:37:02: gut gefallen muss ich sagen.

01:37:05: Ich bin schon sehr gespannt auch das kenne ich nicht.

01:37:07: Aber ja das werde ich mir jetzt gleich mal reinziehen dann wenn wir hier fertig sind und ich habe aber diesmal Keinen Reggae.

01:37:17: Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt schon mal Reggae empfohlen habe hier?

01:37:20: Ich glaube nicht oder weiss es gar nicht

01:37:22: doch doch doch vor kurzem.

01:37:24: jetzt ist mir der Name entfallen einer britischen.

01:37:27: Ja das war ja

01:37:28: das war nicht Reggie genau Aber aufbeatbar dabei Genau.

01:37:35: Und eigentlich war er bisher.

01:37:37: mein Versprechen immer dass ich einen Song empfehle Der thematisch inhaltlich zu der jeweiligen Sendung passt.

01:37:44: aber ich war mir dieses Mal natürlich zu hundertzwanzig Prozent sicher, dass du einen Song haben wirst.

01:37:50: Der thematisch zur Sendung passt.

01:37:53: und deswegen habe ich mir dann gedacht das ist mir heute egal.

01:37:58: Ich empfehle einfach irgendwas was mehr in den Sinn kommt.

01:38:01: Und jetzt merke ich aber, dass der Song in bestimmter Weise vielleicht sogar zwar ist kein Reggae musikalisch nicht passt,

01:38:13: Aufspannen.

01:38:15: Und zwar würde ich und wenn ihr euch den anhört, die muss dazu noch sagen grüße gehen raus an Marlene und Casper dann werdet ihr wahrscheinlich schon viele von euch bei den ersten Akkorden euch irgendwie denken der Song kommt mir bekannt vor.

01:38:37: Ich kenne den aus irgendeinem Film Den ich aber jetzt nicht nenne.

01:38:41: Ihr dürft raten könnt ihr auch mal schreiben Und zwar ist es der Song Dark Knight von The Blasters.

01:38:56: Der Song kommt aus dem Los Angeles des Jahres und von dem Album Hardline von dem besagten Blasters eben.

01:39:08: Und jetzt, der Inhalt, der glaube ich ganz gut passt dann tatsächlich Denn der Song erzählt von Gewalt, die sinnlos ist und kein Ende findet.

01:39:20: Und handelt von einer Nacht in der Menschen einander töten ohne dass irgendjemand noch eigentlich weiß warum.

01:39:29: Bleibt dabei aber sehr abstrakt.

01:39:31: also die Zeitschrift Spin hat das mal beschrieben, dass sozusagen dieser der Songtexte Lyrics könnten eigentlich genauso gut eine alte Familienfäde beschreiben wie einen Revierkrieg von irgendwelchen Gangs in Los Angeles.

01:39:47: Und gerade weil eben der Song keine Namen, keine Orte, keine Personen benennt wirkt er irgendwie so zeitlos und beklemmend und hat aber eine klare Message.

01:39:59: Das Ganze ist aber kombiniert mit einer leicht schwülenschleppenden Gitarre irgendwo zwischen Plus Southern Rock, Swamp Rock.

01:40:16: Wo man auch erst mal vielleicht ganz andere Assoziationen hat wo das Ganze hingeht wenn man sich das so anhört.

01:40:23: Ja ich sage jetzt nicht zu welchem Film er gehört.

01:40:27: Ich gebe noch einen Tipp Mein absoluter Lieblingsregisseur Hat darin eine Hauptrolle gespielt.

01:40:40: Also, genau.

01:40:41: Wie immer Licht aus laut Stärke rauf in dem Fall wirklich und Dark Knight von den Blasters auf die Koffer.

01:40:48: Ja, haben

01:40:49: wir.

01:40:50: Hammermäßig!

01:40:51: Also jetzt hast du ja wirklich... Wir schalten jetzt alle sofort ab und wir zwitschen rüber und hören diesen Song an ganz, ganz wunderbar.

01:41:01: Und das handt ihr auch.

01:41:03: Könnten wir so verstehen?

01:41:05: Die Struktur solcher Gewalt Auseinandersetzung oder Gewaltsituationen.

01:41:11: Dieser vielleicht ähnlich, auch wenn wir nicht sagen würden eine Gang auseinander ist es gleich hier wie in der Familienfälschung.

01:41:17: Aber aussensichtlich gibt's Strukturen die Machtverhältnisse Oder oder Interaktionsformen die strukturell ähnlich sind.

01:41:23: noch das hatten wir heute sind so verpasst.

01:41:25: Es weil wer gesagt haben na ja Babylon is nicht schon einfach immer gleich und Wir können dies den Unwert der Sklaverei nicht missachten Und trotzdem die struktur an unterdrückung auch wo anders sehen.

01:41:38: also Das finde ich ein ganz gelungenen Tipp.

01:41:41: Und musikalisch hast du den so beschrieben, wunderbar!

01:41:44: Also genau das mache ich jetzt wenn wir hier fertig sind lautstärke auf und ab dem ok.

01:41:52: Ich

01:41:52: umgekehrt mit deinem Song.

01:41:54: Da ich reinziehe.

01:41:56: Ja Andreas aber zum guten Schluss.

01:41:58: wir sind heute echt viel zu lange drüber.

01:42:01: Hast noch was?

01:42:03: Du, ihr habt nichts mehr ich würde es feiern machen einfach.

01:42:06: Ja super dann das mach' ich auch.

01:42:09: dann bleibt mir heute umso mehr noch als vielleicht sonst zu sagen, bleib den Diskurs und pfleg den Dissens.

01:42:36: Herzlich willkommen Freundinnen und Freunde des gepflegten Dissenses.

01:42:41: oder sollte ich sagen greetings.

01:42:43: in the name of the most I am parahailes lassi i jaras da farai.

01:42:49: warum mich das sagt?

01:42:53: Also an den Mikros sind trotzdem Wie immer für euch, Sebastian

01:43:04: und Wolfram.

01:43:08: In welchem Podcast bin ich heute?

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